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Verkehrswirtschaftslehre - Verkehrswirtschaft (Wirtschaftszweig): Branche innerhalb einer Volkswirtschaft sowie deren Hilfs- und Nebenbereiche, deren Unternehmen (Verkehrsunternehmen) als Hauptgeschäftstätigkeit Güter bzw. Dienstleistungen produzieren (u. a. Verkehrsdienstleistungen), die der Ortsveränderung von Gütern, Personen oder Nachrichten dienen; i. w. S. das Verkehrswesen.
- Verkehrswirtschaft (Wissenschaftszweig) bzw. Verkehrswirtschaftslehre: Zweig der Wirtschaftswissenschaften bzw. der Verkehrswissenschaften, der sich mit den ökonomischen Gegebenheiten im Zusammenhang mit der Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten am Verkehrsmarkt bzw. im Verkehrswesen befasst (z. B. Angebot und Nachfrage (Verkehrsbedürfnis) von Mobilitätsdienstleistungen, Wettbewerb etc.). Arbeitsfelder sind u. a. die volkswirtschaftliche Analyse des Verkehrswesens (oft auch als Verkehrswissenschaft bezeichnet), die betriebswirtschaftliche Untersuchung von einzelnen Branchen oder Unternehmen des Verkehrswesens (Verkehrsbetriebslehre), die Untersuchung besonderer Bereiche innerhalb der Verkehrswirtschaft, wie z. B. die Kommunikationswirtschaft (KEP und Telekommunikation, die Tourismuswirtschaft (vgl. Tourismus), den Öffentlicher Verkehr, die Logistik u. a.) und Schnittstellenbereiche, wie z. B. die Raumplanung/Raumordnung/Verkehrsgeografie, Verkehrsplanung, Verkehrsstatistik, Verkehrsökonometrie, Verkehrspolitik.
Siehe auch
- Wirtschaft
- Wirtschaftsverkehr
- Mobilität
- Verkehr
- Verkehrsträger
- Verkehrszweig
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Kategorie:Verkehr Kategorie:Transport & Verkehr Kategorie:Wirtschaft
VolkswirtschaftAls Volkswirtschaft wird die Gesamtheit aller in einem Wirtschaftsraum (üblicherweise ein Staat oder Staatenverbund) verbundenen und gegenseitig abhängigen Akteure (Haushalte, Unternehmen und der Staat) bezeichnet. Oft wird auch der Wirtschaftsraum selbst als Volkswirtschaft bezeichnet.
Das einfachste volkswirtschaftliche Modell ist das Zwei-Sektoren-Modell.
Die reale Volkswirtschaft dient der Volkswirtschaftslehre als Vorbild zur Konstruktion vereinfachter Darstellungen in Form von meist mathematischen Modellen. Die volkswirtschaftlichen Modelle enthalten je nach Erklärungsziel zwei oder mehr Akteure. Als weiterer Akteur kommt beispielsweise der Staat in Frage.
Man unterscheidet offene von geschlossenen Volkswirtschaften, je nachdem, ob sie mit anderen Volkswirtschaften in Verbindung stehen.
Weblinks
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VerkehrsdienstleistungDie Verkehrsdienstleistung (auch Verkehrsdienst, Mobilitätsdienst) ist ein Aufgabengebiet der Verkehrsunternehmen sowie deren durch Verkehrsmittel produziertes und am Verkehrsmarkt gehandeltes Gut. Es umfasst die sichere, wirtschaftliche, leistungsfähige und nachhaltige Erbringung eines Verkehrsprozesses - mit dem Ziel der Veränderung des räumlichen Daseins von Personen, Gütern oder Nachrichten. Die Verkehrsdienstleistung weist einige für Dienstleistungen typische Merkmale auf, die das Verkehrswesen maßgeblich prägen, so z. B. die Nicht-Lagerfähigkeit, der Verbrauch während der Erstellung, das Mitwirken des Verkehrskunden, die zeitweilige Übereignung des Verkehrsobjektes in die Obhut des Verkehrsunternehmens u.a.
Zu beachten ist, dass mit Verkehrsdienstleistung nicht die Verkehrsleistung gemeint ist, diese beschreibt vielmehr die quantitative Leistung der verschiedenen Verkehrsträger, also bspw. die insgesamt zurückgelegten Entfernungen oder die beförderten Personen.
Arten von Verkehrsdiensten
Die verschiedenen Verkehrsdienste bilden einzelne Branchen am Verkehrsmarkt (dienstorientierte Verkehrszweige):
- Personenverkehr
- Personenfernverkehr: Fremdenverkehr/ Tourismus,
- Personennahverkehr: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Taxi- und Mietwagenverkehr
- Gütertransportdienste; Güterverkehr in lokalen, regionalen und internationalen Relationen,
- Logistik, Spedition, Befrachtung, Transport,
- Versorgungsdienste mit Wasser/ Abwasser, Energie, Wärme (Leitungs- bzw. Rohrleitungstransport),
- Postwesen/ Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP),
- Nachrichtenwesen: Fernmeldewesen/ Telekommunikation (Übermittlung von nicht stofflichen Nachrichten), z. B. Datencarrierdienste, Providerdienste u.ä. - oft auch als virtuelle Mobilitätsdienste im Vergleich zu den physichen Mobilitätsdiensten bezeichnet.
Siehe auch
- Verkehrswirtschaft
- Verkehrsplanung
- Kabotage
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Schienenverkehr
Kategorie:Schifffahrt
Kategorie:Luftverkehr
Kategorie:Postwesen
Kategorie:Telekommunikation
VerkehrswesenDas Verkehrswesen ist die Gesamtheit aller sozialen, wirtschaftlichen und technischen Institutionen, Einrichtungen oder Prinzipien, welche für die Erstellung eines Ortsveränderungsprozess benötigt werden mit dem Ziel der Veränderung des räumlichen Daseins von
- Gütern (Waren, Dienstleistungen, Kapital, Energie),
- Personen (einschließlich Fremdenverkehr) und
- Nachrichten (auf stofflichen und nicht stofflichen Trägern).
Das Verkehrswesen ist Ausdruck der jeweils vorherrschenden Mobilitätskultur. Es umfasst z. B.
- die volkswirtschaftliche Branche "Verkehr und Transportwesen" (Verkehrswirtschaft) mit den Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit in der Erstellung von Mobilitäts- bzw. Verkehrsdienstleistungen (z. B. Personenbeförderung, Gütertransport, Postwesen, Telekommunikation) besteht sowie verwandte Branchen, wie z. B. das Verkehrsbauwesen, den Fahrzeugbau und -instandsetzung u. ä. (vgl. Öffentlicher Verkehr), wobei das Nachrichtenwesen teilweise als Bestandteil des Verkehrswesens aufgefasst wird, auch wenn das Nachrichtenwesen inzwischen einen weitgehend vom Verkehrswesen unabhängigen Komplex bildet,
- die Verkehrspolitik und die Verkehrsverwaltung,
- die technischen und organisatorischen Mittel, um Verkehrsprozesse zu realisieren (Verkehrszweige bzw. Verkehrsträger), also: Schienengebundener Verkehr /Eisenbahn, Straßenverkehr bzw. Kraftverkehr, Luftverkehr, Schifffahrt, Leitungsverkehr u. ä.
- die sozialen Aspekte, wie z. B. Mobilitätsverhalten,
- die Verkehrswissenschaften und ihre Institutionen sowie verwandte Gebiete (Verkehrssoziologie, Verkehrswirtschaft, Verkehrstechnik, Verkehrsplanung, Verkehrsbauwesen, Verkehrssicherungswesen, Verkehrsbetriebstechnologie u.v.m.),
- den nichttechnischen bzw. nichtöffentlichen Verkehr sowie weitere Verkehrsarten (z. B. Motorisierter Individualverkehr, Innerbetrieblicher Transport/ Werkverkehr/ Wirtschaftsverkehr, Fußgänger- und Radverkehr).
Verkehrswesen in der Umgangssprache
Im Unterschied zum Fachwort "Verkehrswesen" meint der Fachbegriff "Verkehr" einen PROZESS, nämlich den Prozess der Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten. Der Unterschied: Das Verkehrswesen ist notwendige Voraussetzung, damit Verkehrsprozesse ablaufen können. Wenn jedoch in der Umgangssprache vom "Verkehr in der Bundesrepublik" oder dem "Verkehr im 19. Jahrhundert" die Rede ist, so ist damit i. d. R. das Verkehrswesen gemeint. Also: Verkehr ist die umgangssprachliche Kurzform des Fachbegriffs "Verkehrswesen", jedoch kein Synonym.
Findet der Ortsveränderungsprozess statt, um das räumliche Dasein von Personen und Gütern zu verändern, so spricht man vom Transportwesen bzw. vom Transportprozess.
Siehe auch
- Mobilität (Fortbewegung)
- Verkehrssystem
- Verkehrsträger
- Verkehrszweig
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.vsl.mb.uni-dortmund.de Lehrstuhl Verkehrssysteme und -logsitik an der Universität Dortmund]
- [http://www.diplomlogistik.de Diplomstudiengang Logistik Universität Dortmund (N.C.)]
- [http://www.studienberatung.tu-berlin.de/faecher/verkehr/verkehr.html Diplomstudiengang Verkehrswesen an der TU Berlin]
- [http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de/ Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung, TU Berlin]
- http://www.ruhr-uni-bochum.de/verkehrswesen/
- http://www.ifv.uni-karlsruhe.de/
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Kategorie:Verkehr Kategorie:Transport & VerkehrKategorie:SchienenverkehrKategorie:SchifffahrtKategorie:Luftverkehr Kategorie:Postwesen Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:Güterverkehr
Kategorie:Logistik
VerkehrswissenschaftenVerkehrswissenschaft(en) ist ein Sammelbegriff für alle wissenschaftlichen Disziplinen (Liste der Fachgebiete), die sich mit der Erforschung der naturwissenschaftlichen, technischen, technologischen, ökonomischen, soziologischen, juristischen, geographischen, historischen und psychologischen Gesetzmäßigkeiten des Verkehrswesens im Zusammenhang mit der Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten befassen.
Die Verkehrswissenschaft kann als Rahmenwissenschaft von Teilgebieten anderer Wissenschaften aufgefasst werden, die aus relativ selbstständigen, aber eng miteinander verflochtenen Disziplinen und Arbeitsfelder besteht, so z. B.
- Verkehrstechnik (besser Verkehrsmitteltechnik),
- Verkehrsbauwesen,
- Verkehrsplanung,
- Verkehrsingenieurwesen,
- Logistik (u.a. Verkehrs-, Transportlogistik),
- Verkehrswirtschaftslehre,
- Verkehrssoziologie,
- Verkehrsökologie,
- Verkehrspsychologie,
- Verkehrspolitik,
- Verkehrsrecht,
- Verkehrsgeografie,
- Verkehrsgeschichte,
- Verkehrstelematik,
- Verkehrskybernetik
- Verkehrsphysik,
- Verkehrsmedizin.
Geschichte
Voraussetzung für die Entstehung der Verkehrswissenschaften war die Herausbildung des Verkehrswesens sowie die entsprechende Profilierung der Wissenschaften. Dies war in der Mitte des 20. Jahrhunderts erfüllt. Bis dahin fand die wissenschaftliche Behandlung des Forschungsgegenstands "Verkehr" in den Disziplinen Nationalökonomie oder den bis dahin noch nicht weiter ausdifferenzierten Ingenieurwesen statt. Außerdem kam es zu einer verkehrsträgerspezifischen wissenschaftlichen Entwicklung.
- 1418 Gründung der ersten Marineakademie in Sagres (Portugal) durch Heinrich den Seefahrer. Dort wurde ein neuer Schiffstyp auf Basis wissenschaftlicher bzw. theoretischer Überlegungen entwicklet (Karacke),
- 1747 Gründung der Akademie für Straßen- und Brückenbau, Paris (Ecole nationale des Ponts et Chaussées),
- 1806 Gründung eines Ingenieurcorps für Wasser- und Landverkehr in St. Petersburg, Russland (später Verkehrshochschule),
- 1896 Gründung der späteren Eisenbahnuniversität Moskau.
Mit Entfaltung des heute bekannten Verkehrswesens mit seiner politischen, wirtschaftlichen und technischen Bedeutung kam es zu einer übergreifenden wissenschaftlichen Betrachtung der verschiedenen Aspekte von Mobilität und Verkehr und damit zur Entstehung der Verkehrswissenschaft(en). Bedeutende Verkehrswissenschaftler in dieser Entwicklung waren in Deutschland u. a. Friedrich List (1789-1846), Emil Sax (1845-1927), Richard van der Borght (1861-1926), Wilhelm Launhardt (1832-1918), Kurt Wiedenfeld (1871-1955), Richard Hennig (1874-1951), Ernst Esch (1881-1945), Anton Felix Napp-Zinn (1899-1965), Carl Pirath (1884-1955).
An verschiedenen Einrichtungen wurde/ wird dieses Querschnittsgebiet wissenschaftlich behandelt, so z. B. an Universitäten und Hochschulen sowie weiteren Forschungseinrichtungen (Fraunhofer-Gesellschaft, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) und wissenschaftlichen Trägern (Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft).
Eine Besonderheit im deutschsprachigen Raum stellte in diesem Zusammenhang die Hochschule für Verkehrswesen "Friedrich List" Dresden dar, an der zwischen 1952 und 1992 alle Verkehrszweige wissenschaftlich behandelt wurden. Seit 1992: Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List", Technische Universität Dresden).
Verkehrswissenschaft oder -wissenschaften?
In der Fachwelt besteht keine Einigkeit, ob es eine eigene Verkehrswissenschaft überhaupt gibt, denn die o. g. Disziplinen sind ihrerseits Bestandteil großer Wissenschaftsbereiche. Außerdem ist unklar, ob es sich um eine einzige Verkehrswissenschaft oder um mehrere Verkehrswissenschaften handelt. Insbesondere die Volkswirtschaftslehre/ Nationalökonomie betrachtet traditionell eine einzige Verkehrswissenschaft (gemeint ist dabei die Verkehrswirtschaftslehre). Daneben wird auch die Ansicht vertreten, dass die Verkehrsströmungslehre (traffic science, vgl. Verkehrsphysik) eine eigene Verkehrswissenschaft bildet - unabhängig von soziologischen, ökonomischen, technologischen oder technischen Randbedingungen.
Siehe auch
- Mobilität
- Mobilitätskultur
- Verkehr
- Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.dvwg.de Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft e. V.]
- [http://www.deutsche-verkehrsakademie.de Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft]
- [http://www.ivi.fraunhofer.org Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme Dresden]
- [http://www.dlr.de Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)]
- [http://www.verkehrswissenschaften.org Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List", TU Dresden]
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Liste (Verkehr)
Kategorie:Fahrzeug
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Schienenverkehr
Kategorie:Schifffahrt
Kategorie:Luftverkehr
Kategorie:Postwesen
Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:Verkehrstechnik
Kategorie:Güterverkehr
Kategorie:Logistik
VerkehrswesenDas Verkehrswesen ist die Gesamtheit aller sozialen, wirtschaftlichen und technischen Institutionen, Einrichtungen oder Prinzipien, welche für die Erstellung eines Ortsveränderungsprozess benötigt werden mit dem Ziel der Veränderung des räumlichen Daseins von
- Gütern (Waren, Dienstleistungen, Kapital, Energie),
- Personen (einschließlich Fremdenverkehr) und
- Nachrichten (auf stofflichen und nicht stofflichen Trägern).
Das Verkehrswesen ist Ausdruck der jeweils vorherrschenden Mobilitätskultur. Es umfasst z. B.
- die volkswirtschaftliche Branche "Verkehr und Transportwesen" (Verkehrswirtschaft) mit den Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit in der Erstellung von Mobilitäts- bzw. Verkehrsdienstleistungen (z. B. Personenbeförderung, Gütertransport, Postwesen, Telekommunikation) besteht sowie verwandte Branchen, wie z. B. das Verkehrsbauwesen, den Fahrzeugbau und -instandsetzung u. ä. (vgl. Öffentlicher Verkehr), wobei das Nachrichtenwesen teilweise als Bestandteil des Verkehrswesens aufgefasst wird, auch wenn das Nachrichtenwesen inzwischen einen weitgehend vom Verkehrswesen unabhängigen Komplex bildet,
- die Verkehrspolitik und die Verkehrsverwaltung,
- die technischen und organisatorischen Mittel, um Verkehrsprozesse zu realisieren (Verkehrszweige bzw. Verkehrsträger), also: Schienengebundener Verkehr /Eisenbahn, Straßenverkehr bzw. Kraftverkehr, Luftverkehr, Schifffahrt, Leitungsverkehr u. ä.
- die sozialen Aspekte, wie z. B. Mobilitätsverhalten,
- die Verkehrswissenschaften und ihre Institutionen sowie verwandte Gebiete (Verkehrssoziologie, Verkehrswirtschaft, Verkehrstechnik, Verkehrsplanung, Verkehrsbauwesen, Verkehrssicherungswesen, Verkehrsbetriebstechnologie u.v.m.),
- den nichttechnischen bzw. nichtöffentlichen Verkehr sowie weitere Verkehrsarten (z. B. Motorisierter Individualverkehr, Innerbetrieblicher Transport/ Werkverkehr/ Wirtschaftsverkehr, Fußgänger- und Radverkehr).
Verkehrswesen in der Umgangssprache
Im Unterschied zum Fachwort "Verkehrswesen" meint der Fachbegriff "Verkehr" einen PROZESS, nämlich den Prozess der Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten. Der Unterschied: Das Verkehrswesen ist notwendige Voraussetzung, damit Verkehrsprozesse ablaufen können. Wenn jedoch in der Umgangssprache vom "Verkehr in der Bundesrepublik" oder dem "Verkehr im 19. Jahrhundert" die Rede ist, so ist damit i. d. R. das Verkehrswesen gemeint. Also: Verkehr ist die umgangssprachliche Kurzform des Fachbegriffs "Verkehrswesen", jedoch kein Synonym.
Findet der Ortsveränderungsprozess statt, um das räumliche Dasein von Personen und Gütern zu verändern, so spricht man vom Transportwesen bzw. vom Transportprozess.
Siehe auch
- Mobilität (Fortbewegung)
- Verkehrssystem
- Verkehrsträger
- Verkehrszweig
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.vsl.mb.uni-dortmund.de Lehrstuhl Verkehrssysteme und -logsitik an der Universität Dortmund]
- [http://www.diplomlogistik.de Diplomstudiengang Logistik Universität Dortmund (N.C.)]
- [http://www.studienberatung.tu-berlin.de/faecher/verkehr/verkehr.html Diplomstudiengang Verkehrswesen an der TU Berlin]
- [http://www.verkehrsplanung.tu-berlin.de/ Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung, TU Berlin]
- http://www.ruhr-uni-bochum.de/verkehrswesen/
- http://www.ifv.uni-karlsruhe.de/
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Kategorie:Verkehr Kategorie:Transport & VerkehrKategorie:SchienenverkehrKategorie:SchifffahrtKategorie:Luftverkehr Kategorie:Postwesen Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:Güterverkehr
Kategorie:Logistik
VerkehrsbedürfnisVerkehrsbedürfnis ist die Bezeichnung für ein Bedürfnis nach Ortsveränderung. Um das Verkehrsbedürfnis umsetzen zu können, ist Mobilität notwendig, also die grundsätzliche Fähigkeit zur Überwindung räumlicher Entfernungen. Das V. ist eine Mangelerscheinung, ein Gefühl, was einen Menschen befällt, wenn er ein räumlich entferntes Ding haben, machen, tun oder lassen will - oft auch mit Rastlosigkeit, Fernweh und anderen Begriffen umschrieben. "Haben, machen, tun oder lassen" sind in diesem Zusammenhang Primärbedürfnisse, die eigentlichen Auslöser für den Wunsch nach Ortsveränderung. Wäre das Ding vor Ort zu haben, zu tun, zu machen usw., bräuchte man den Verkehrsprozess gar nicht und könnte das eigentlich empfundene Bedürfnis sofort befriedigen. Jeder Verkehrsprozess ist also gleichzeitig Ausdruck dafür, dass ein Primärbedürfnis am Quellort nicht zu befriedigen war und ist somit immer an ein Primär- und das daraus abgeleitete Verkehrsbedürfnis gebunden.
Die Befriedigung des Primärbedürfnisses erfolgt i.d.R. nach Beendigung des Verkehrsprozesses, also nach Ankunft am Ziel des Verkehrsweges. Beispiel: Fahrt zum Einkaufen, wobei der Erwerb von Gütern das Primärbedürfnis ist und oft erst nach Beendigung der Fahrt bedient wird. Die Befriedigung des Verkehrsbedürfnisses und des Primärbedürfnisses kann jedoch auch zeitlich zusammenfallen. Beispiel: Fahrt ins Grüne zur Erholung, wobei die Erholung das Primärbedürfnis ist und gleichzeitig mit der Reise stattfindet.
Daran wird deutlich, dass Verkehrsdienste im Prinzip Hilfsdienste für die Realisierung übergeordneter Bedürfnisse sind. Das wiederum bedeutet, dass der Verkehrsprozess als Hilfsprozess immer eine untergeordnete Bedeutung im Vergleich zum Primärprozess spielt und dass der Verkehrsaufwand immer minimal im Vergleich zum Primärprozess sei. Der Verkehrsprozess und somit das gesamte Verkehrswesen unterliegen daher einem hohen Effizienz- und Effektivitätsdruck. Dieser Zusammenhang ist fundamental für das Verständnis der "Logik des Verkehrswesens" sowie für die Interpretation der Verkehrsgeschichte.
Die Menge aller möglichen Primärbedürfnisse, die auf einen Verkehrsprozess folgen können bzw. die teilweise bereits während des Verkehrsprozesses befriedigt werden können, ermöglicht eine Systematisierung der Verkehrsprozesse in
- Freizeitverkehr - Ortsveränderungsprozesse, die der Befriedigung freizeitbezogener Bedürfnisse dienen,
- Wirtschaftsverkehr - Ortsveränderungsprozesse, die der Befriedigung wirtschaftsbezogener Bedürfnisse dienen
- Berufsverkehr - Ortsveränderungsprozesse, die der Befriedigung beruflicher Bedürfnisse dienen,
- Ausbildungsverkehr,
- Geschäfts- bzw. Dienstreiseverkehr,
- Einkaufsverkehr,
- Urlaubsverkehr.
Unter Einbeziehung der verfügbaren Ressourcen für die Ortsveränderung (insbesondere Geld und Zeit) entsteht aus dem Verkehrsbedürfnis der Verkehrsbedarf, aus dem sich im Abgleich mit den verfügbaren Verkehrsmitteln im Verkehrswesen die marktwirksame Verkehrsnachfrage entwickelt. Die Nachfrage am Verkehrsmarkt wird durch das Verkehrsaufkommen (gemessen in Tonnen, Personen, Fahrzeuge, Datenvolumen etc.) bzw. durch die Verkehrsleistung (Personenkilometer, Tonnenkilometer, MBit/s) quantifiziert. Die Befriedigung der Verkehrsnachfrage erfolgt durch Mobilitätsdienste bzw. Verkehrsdienstleistungen, Kommunikationsdienste etc.
Vor Realisierung jedes Verkehrsprozesses erfolgt die Abwägung, ob der mit der Ortsveränderung verbundene Verkehrszweck auch wirklich zu erwarten ist.
Beachte: Der Begriff "Bedürfnis" wird auch synonym zum Begriff "Motivation" verwendet.
Siehe auch
- Verkehrswirtschaft
- Verkehrswissenschaften
- Gütertransport
- Personenverkehr
Kategorie:Verkehr Kategorie:Transport & Verkehr
TelekommunikationTelekommunikation (von griech. tele: fern, weit und lat. communicare: gemeinsam machen, mitteilen) bezeichnet ganz allgemein jeglichen Austausch von Informationen über eine gewisse Distanz hinweg, ohne sie materiell zu transportieren (z.B. als Brief).
So wurden im 18.Jahrhundert sichtbare Signale von Semaphoren und Heliographen verwendet. Weitere Beispiele für frühe Versuche nichtelektrischer Telekommunikation finden sich hier: Telefon.
Im engeren Sinne wird heute Telekommunikation als Datenaustausch unter Verwendung von Elektrotechnik, Elektronik und anderer neuzeitlicher Technologien verstanden. Die ersten Telekommunikationsdienste in diesem Sinne waren Telegrafie (Fernschreiben) und Telefonie, auch Fernmelden genannt. Vor dem Aufkommen von Computern gab es bereits als Fernwirken bezeichnete Datenübertragungsdienste zur Steuerung von Anlagen.
Telekommunikationseinrichtungen sind heute ein elementarer Bestandteil der Infrastruktur. Aus diesem Grund ist zur Vermeidung räumlicher Disparitäten ihre Bereitstellung eine Gemeinschaftsaufgabe der Raumentwicklung (also in der Praxis eine Staatsaufgabe). Seit Beginn der Liberalisierung (in Deutschland seit 1998) werden Telekommunikationsdienste im Wettbewerb erbracht, die Grundversorgung wird durch eine Universaldienstverpflichtung gewährleistet.
Wirtschaft
Bei Unternehmen der Telekommunikationsbranche unterscheidet man zwischen den Betreibern von Telekommunikationsnetzwerken (Carrier), Anbietern von Dienstleistungen - den so genannten Service Providern - und den Herstellern von Telekommunkationlösungen, welche als Zulieferer oder Supplier bezeichnet werden.
Die zehn größten Telekommunikationsunternehmen der Welt sind:
- NTT, Japan
- Deutsche Telekom, Deutschland
- Verizon, USA
- France Télécom, Frankreich
- Vodafone, Großbritannien
- NTT DoCoMo, Japan
- SBC Communications, USA
- Telecom Italia, Italien
- British Telecom, Großbritannien
- Telefónica, Spanien
Stand: 11/2004 nach Umsatz.
Quelle: [http://www.totaltele.com/ttdocuments/PDFs/global100revenue.pdf]
Die größten Ausrüster von Telekommunikationsunternehmen sind:
- Alcatel
- Ericsson
- Lucent Technologies
- Motorola
- Nokia
- Nortel früher Nortel Networks
- Siemens
- Marconi
Telekommunikationskosten
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen aus Sicht der privaten Haushalte im Jahresdurchschnitt 2003 im Vergleich zum Jahr 2002 um 1,2 Prozent höher.
Der Preisindex für Telefondienstleistungen im Festnetz lag im Jahr 2003 um 1,4% höher als 2002. Ortsgespräche (? 2,9%), Inlandsfernverbindungen (? 0,4%), Gespräche vom Festnetz in die Mobilfunknetze (? 0,5%) und Auslandsgespräche (? 1,2%) waren im Jahresdurchschnitt 2003 günstiger als im Vorjahr. Dagegen stiegen die Anschluss- und Grundgebühren um 5,8%.
Seit den frühen 90er Jahren stehen im Festnetz die sogenannten Mehrwertdienste (Vorwahl 0190 und 0900) und Shared-Cost-Dienste (Vorwahl 0180) zur Verfügung. Hierbei werden die Kosten für besondere telefonischen Dienstleistungen über die normale Gebührenabrechnung des Anrufers abgewickelt ( siehe auch Audiotex, Callcenter).
Die Preise für das Mobiltelefonieren erhöhten sich im Jahr 2003 im Vergleich zum Jahr 2002 um 1,1%. Im Dezember 2003 lagen die Preise für das Mobiltelefonieren um 0,5% über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.
Die Internet-Nutzung verbilligte sich im Jahresdurchschnitt 2003 gegenüber 2002 um 1,3%.
Chronologie
- 1816 Francis Ronalds (London) enwickelt einen elektrischen Telegraphen und sendet Nachrichten über acht Meilen.
- 1877 Auf Anordnung des Generalpostmeisters Heinrich von Stephan wird der erste regelmäßige Fernsprechdienst betrieben.
- 1881 das 1. Berliner Fernsprechamt wird mit 8 Teilnehmern eröffnet
- 1906 das erste Untersee-Fernsprechkabel wird im Bodensee gelegt
- 1908 am 10. Juli wird in Hildesheim das erste öffentliche Wählamt Europas in Betrieb genommen
- 1923 im Bereich um Weilheim wird der Selbstwählferndienst in Betrieb genommen
- 1935 erstmals werden Trägerfrequenz - Übertragungseinrichtungen auf Kabelleitungen eingesetzt
- 1936 Nach Versuchen wird die automatische Zeitansage in mehreren Städten endgültig installiert
- 1950 die Dt. Bundespost wird mit 1,2 Mio. Telefonkunden gegründet
- 1970 erstmals ist eine direkte Durchwahl nach Amerika möglich
- 1987 der ISDN-Dienst wird mit 750 Testern gestartet
- 1989 Postreform I in Deutschland
- 1994 Postreform II in Deutschland
- 1996 Postreform III in Deutschland
- 2001 mit einem einzigen Glasfaserkabel konnten mehr als 10 TeraBits pro Sekunde übertragen werden (15 Mio. ISDN-Kanäle parallel)
Siehe auch: Telekommunikationsnetz, Geschichte des Telefons, Telekommunikationselektroniker
Kategorie:Telekommunikation
ja:電気通信
ms:Telekomunikasi
th:โทรคมนาคม
Öffentlicher VerkehrAls Öffentlichen Verkehr (ÖV) bezeichnet man Mobilitäts- und Verkehrsdienstleistungen aus dem Verkehrswesen, die für jeden Nutzer in einer Volkswirtschaft bzw. in der Bevölkerung zugänglich sind, insbesondere die Leistungen des öffentlichen Gütertransports, der öffentlichen Personenbeförderung sowie Leistungen öffentlich zugänglicher Post- und Telekommunikationsdienste. Die Merkmale des ÖV sind allgemeine Zugänglichkeit für jeden Nutzer (Beförderungs- bzw. Transportpflicht), Ausführung durch spezielle (evtl. konzessionierte) Verkehrsunternehmen sowie die Fixierung von Beförderungsbedingungen bzw. -vorschriften und Preisen in veröffentlichten Rechtsnormen (Fahrplan- und Tarifpflicht). Damit weist der ÖV Merkmale von Offenen Systemen auf.
Die Träger des öffentlichen Verkehrs können öffentliche oder private Verkehrsunternehmen sein, die für "ihre" Verkehrsaufgaben besonders spezialisiert sein können (vgl. Verkehrszweige), so z. B. der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV).
Besonderheit: Auch der öffentlich zugängliche Straßenverkehrsraum kann i. w. S. als Bestandteil des offenen Verkehrssystems aufgefasst werden, auch wenn dieser öffentliche Verkehrsraum u.a. für die Umsetzung nicht öffentlicher Mobilitätsbedürfnisse in Form des Motorisierten Individualverkehrs (private Personenbeförderung) bzw. des Werkverkehrs/ Innerbetrieblichen Transports (privater Wirtschaftsverkehr, Gütertransport) genutzt wird und gegenwärtig keine Tarife für die Nutzung dieses Systems erhoben werden.
Siehe auch
- Verkehr
- Verkehrsträger
- Verkehrsökologie
- Verkehrsingenieurwesen
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
Oeffentlicher Verkehr
RaumplanungAufgaben der Raumplanung
Die Aufgabe der Raumplanung ist es, räumliche Entwicklungsprozesse auf unterschiedlichen Ebenen (Stadtteil, Stadt, Region, Land, Staat, Kontinent) und in Bezug auf unterschiedliche Aspekte (Verkehr, Umwelt, Bevölkerung) zu untersuchen. Das Ziel ist es, Konflikte bei der Nutzung des Raumes zu vermeiden und Lösungsstrategien bei der Erschließung des Raumes zu finden. Die Bezeichnung
ist nicht verbindlich definiert, sondern stellt einen Oberbegriff dar, der alle planerischen Maßnahmen mit räumlichen Auswirkungen – von der Quartiersplanung über die Stadt- und Regionalplanung bis hin zur Landesplanung und Raumordnung – umfasst. Dabei schließt die Raumplanung sowohl die formellen, in Gesetzen geregelten Planungsverfahren (etwa die Bauleitplanung nach dem Baugesetzbuch oder die Regional- und Landesplanung nach den Landesplanungsgesetzen) als auch informelle Planungsprozesse (zum Beispiel Rahmenplanungen) ein.
Ebenen der Raumplanung in Deutschland
Je nach Größe des zu beplanenden Raumes hat der deutsche Gesetzgeber verschiedene Planungsebenen vorgesehen. Dementsprechend sind Aufgaben, Maßstäbe und mögliche Aussagetiefe der Planwerke unterschiedlich. Es wird dabei nach einem hierarchischen Prinzip vorgegangen, nach dem eine untergeordnete Planung der übergeordneten nicht widersprechen darf, gleichzeitig aber die Belange der untergeordneten Ebenen bei der Aufstellung der übergeordneten Pläne und Programme zu berücksichtigen sind (sog. "Gegenstromprinzip"). Die Planungsträger, also die Auftraggeber, sind die Verwaltungseinheiten der öffentlichen Hand, also – in hierarchischer Ordnung – der Bund, ein Bundesland, Regierungsbezirke, Landkreise bzw. kreisfreie Städte und Gemeinden.
Förmliche, also auf gesetzlichen Regelungen basierende Instrumente der räumlichen Planung sind:
#Auf der Ebene des Bundes: Raumordnungspolitischer Orientierungsrahmen, Raumordnungsbericht
#Auf der Ebene der Länder: Landesentwicklungsprogramm, Landesentwicklungplan
#Auf der Ebene der Regierungsbezirke (oder mehrerer Kreise): Regionalplan oder Gebietsentwicklungsplan in NRW
#Auf kommunaler Ebene: Flächennutzungsplan, Bebauungsplan
Hinzu kommt als übergeordnetes Planwerke auf europäischer Ebene das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK)
Strukturen der Raumplanung in Deutschland - Planungsebenen
Planungsebenen sind die Verwaltungen innerhalb der staatlichen Hierarchie, die sich mit der räumlichen Planung befassen. Man spricht deshalb auch von Verwaltungsebenen. Es gibt die Europaebene, die Bundes-, Landes- und Regionsebene und die Gemeindeebene.
Europaebene:
Auf europäischer Ebene erfolgt die Koordination mit den Partnerländern in internationalen Organisationen, wie die EU, die EFTA (europäische Freihandelszone) oder in speziellen Gremien, wie die europäische Konferenz der Verkehrsminister. Daneben gibt es Ländergruppen, die bei bestimmten Planungen zusammenarbeiten, so z.B. die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer.
Bundesebene:
Die nationale Ebene, also der Bund, hat nur die Rahmenkompetenz. Die Institutionen der Bundesebene sind die Bundesregierung, verkörpert durch das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Ihm untersteht zur Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen die Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung. Der Bundesminister für Raumordnung bildet zusammen mit den zuständigen Ministerien der Bundesländer die Ministerkonferenz für Raumordnung. Der Bundesminister wird durch einen Beirat für Raumordnung, mit Vertretern der Wissenschaft und Verbänden, unterstützt.
Landesebene:
Die Akteure der Landesplanung sind die Landesregierungen sowie die entsprechenden Fachministerien. Welche Behörde die oberste Landesplanung betreibt, variiert je nach Bundesland. In Rheinland-Pfalz ist es die Staatskanzlei, in Niedersachsen das Innenministerium und in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg das Wirtschaftsministerium. In den restlichen Bundesländern, stellt das Umweltministerium o.ä. die Oberste Landesplanungsbehörde dar. Die mittlere Ebene, die Obere Landesplanungsbehörde, ist in der Regel beim Regierungspräsidenten, aber manchmal auch bei Regionalverbänden (Baden-Württemberg) oder auf Kreisebene (Niedersachen) angesiedelt. Sie hat die Fachaufsicht über die Untere Landesplanungsbehörde, also die Kreisverwaltungsbehörden.
Regionsebene:
Die verwaltungsmäßige Organisation der Regionalplanung bleibt jedem Bundesland selbst überlassen und variiert sehr stark. Dabei haben sich zwei Modelle herausgebildet. Beim BehördenmodelI wird die Regionalplanung als eigenständige staatliche Aufgabe angesehen und in die Verwaltungsstruktur der Behörden eingegliedert. Beim Verbandsmodell wird ein eigenständiger Planungsverband als Träger der Regionalplanung gebildet. In Bayern z.B. wird diese Aufgabe von 18 Regionalen Planungsverbänden (Art. 6 BayLplG) übernommen, Zusammenschlüsse von Gemeinden und Landkreisen einer Region. Landesplanung und Regionalplanung bilden eine rechtliche und organisatorische Einheit.
Spitzenverbände, Fachakademien:
Neben diesen behördlichen Institutionen befassen sich Spitzenverbände mit räumlicher Planung. Dies sind vor allem der Deutsche Städtetag in Köln (für große Städte), der Deutsche Landkreistag in Bonn und der Deutsche Städte- und Gemeindebund in Düsseldorf (für die kleinen Städte). Außerdem befassen sich große Fachakademien mit der Erforschung, Fortbildung und fachlichen Abstimmung der Fragen der Raumordnung und Raumplanung. Zu nennen ist hier die Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover und die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung in Berlin. Sie führen Wissenschaftler und Verwaltungsfachleute der Raumplanung in gemeinsamen Arbeitsgremien zusammen.
Übersicht über das Planungssystem in Deutschland
frei nach: H. Spitzer (1995): Einführung in die Räumliche Planung, Stuttgart:UTB
Aus- und Weiterbildung
Studium der Raumplanung in Deutschland
Raumplanung kann in Deutschland in speziellen Planungs-Studiengängen studiert werden, wobei die Benennung dieser Studiengänge nicht einheitlich ist. Darüber hinaus gibt es andere Studienfächer, etwa Architektur, Geographie oder Vermessungswesen, in denen Raumplanung als Vertiefungsrichtung angeboten wird. Auch wenn die Raumplanung als querschnittsorientierte Disziplin gilt, schließt das Studium in der Regel mit dem akademischen Grad Diplom-Ingenieur (Dipl.-Ing.).
An folgenden deutschen Universitäten werden Vollstudiengänge im Fach Raumplanung angeboten:
- Universität Dortmund (Raumplanung)
- Technische Universität Kaiserslautern (Raum- und Umweltplanung)
- Technische Universität Berlin (Stadt- und Regionalplanung)
- Brandenburgische Technische Universität Cottbus (Stadt- und Regionalplanung)
- Technische Universität Hamburg-Harburg (Stadtplanung)
- Fachhochschule Nürtingen (Stadtplanung)
- Universität Kassel (Stadt- und Landschaftsplanung)
Darüber hinaus existieren weitere Universitäten und Fachhochschulen, an denen Raumplanung als Aufbau- oder Vertiefungsrichtung angeboten wird (hier eine beispielhafte Auswahl):
- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Architektur/Städtebau)
- Universität Bayreuth (Geographie/Raumplanung)
- Universität Bonn (Vermessungswesen/Städtebau)
- Technische Universität Darmstadt (Architektur/Städtebau, Bauingenieurwesen/Umwelt- und Raumplanung)
- Universität Hannover (Architektur/Städtebau)
- Universität Karlsruhe (TH) (Bauingenieurwesen/Raum- und Infrastrukturplanung)
- Technische Universität München (Architektur/Städtebau)
- Fachhochschule München (Vermessungswesen/Geoinformatik)
- Universität Stuttgart (Architektur/Städtebau)
- Technische Fachhochschule Stuttgart (Architektur/Städtebau/Stadtplanung)
- Universität Trier (Angewandte Geographie/Raumentwicklung)
- Bauhaus-Universität Weimar (Architektur/Städtebau/Europäische Urbanistik)
Das Planungsrecht als Teildisziplin der Raumplanung ist aber auch Bestandteil des juristischen Studiums, weshalb an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster das der Rechtswissenschaftlichen Fakultät nahe Zentralinstitut für Raumplanung gegründet wurde.
Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland
Nach erfolgreichem Studienabschluss besteht mit dem städtebaulichen Referendariat die Möglichkeit der beruflichen Weiterqualifikation für Raumplanerinnen und Raumplaner. Das Referendariat ist einerseits ein Vorbereitungsdienst für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst, andererseits eine umfassende praxisorientierte Zusatzausbildung. Ziel des Referendariats ist die Vermittlung umfassender Kenntnisse auf den Gebieten Verwaltung, Recht, Planung, Betrieb und Menschenführung, die weit über das im Studium vermittelte Wissen hinausgehen.
Die Ausbildung gliedert sich in informatorische Tätigkeiten und praktische Mitarbeit bei unterschiedlichen Dienststellen der öffentlichen Verwaltung, wobei der Schwerpunkt in der Planungs- und Bauverwaltung liegt. Daneben bestehen überlicherweise regelmäßige wöchentliche Arbeitsgemeinschaften der Referendare, bei denen in Form von Vorträgen, Referaten und Fachexkursionen umfangreiches Fachwissen vermittelt wird. Ergänzt wird die Ausbildung durch verschiedene längere Fachlehrgänge. Zum Abschluss des zweijährigen Referendariats sind mündliche und schriftliche Prüfungen abzulegen, danach sind die Absolventen berechtigt, den Titel "Bauassessor" bzw. "Bauassessorin" zu tragen.
Einige öffentliche und private Planungsträger, zum Beispiel Stadtverwaltungen oder Projektentwicklungs-Gesellschaften, bieten zur Weiterqualifizierung von Raumplanungsabsolventen auch eigene Trainee-Programme an. Ähnlich dem Referendariat erhalten die Kandidaten dabei die Gelegenheit, Verwaltungsabläufe kennenzulernen, Fachwissen zu vertiefen und sich praxisnah einzuarbeiten.
Studium der Raumplanung in Österreich und der Schweiz
In Österreich kann Raumplanung an der Technischen Universität Wien studiert werden. In der Schweiz ist das Studium der Raumplanung an zwei Hochschulen möglich: als Nachdiplom-Studium an der ETH Zürich oder an der HSR Hochschule Rapperswil.
Berufsverbände/Interessenvertretung
In Deutschland konkurrieren zwei Berfufsverbände um die Mitgliedschaft und Interessenvertretung von Raumplanerinnen und Raumplanern:
- Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL)
- Informationskreis für Raumplanung e. V. (IfR)
Mitglieder der SRL erhalten kostenlos die Zeitschrift "PlanerIn", das Gegenstück des IfR heißt "RaumPlanung". Beide Fachzeitschriften genießen hohes Ansehen in der PlanerInnenszene.
In der Schweiz heisst der Berufsverband
- Fachverband Schweizer RaumplanerInnen (FSU).
Siehe auch: Landschaftsplanung, Verkehrsplanung, Informationskreis für Raumplanung e. V., Punkt-axiales System
Ebenen der Raumplanung in Österreich
Bundesebene:
Trotz massiven Einflussmöglichkeiten auf den Raum hat der Bund keine Raumplanungskompetenz in Österreich. Es gibt auch kein Bundesraumordnungsgesetz. Die Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK), die eine von Bund, Ländern und Gemeinden getragene Einrichtung zur Koordination der Raumordnung auf gesamtstaatlicher Ebene ist, hat nur empfehlenden Charakter.
Landesebene:
Die Länder sind in Österreich im Bereich der Raumplanung für die Gesetzgebung auf überörtlicher und örtlicher Ebene zuständig. Durch das Fehlen von bundesstaatlichen Festlegungen kommt es zu unterschiedliche Regelungen in Raumplanungs-(ordnungs-), Gemeindeplanungs-, Baugesetzen.
Im Bereich der überörtlichen Planung haben die Länder in Österreich eine Planungskompetenz. Dazu werden Landesentwicklungsprogramme, Sachprogramme und Regionale Entwicklungsprogramme erstellt, die für Gemeinde verbindlich sind.
Die Landesplanung ist darüber hinaus für die Überprüfung und Genehmigung der Planungen auf Gemeindeebene zuständig.
Gemeindeebene:
Die Gemeinden besitzen die Kompetenz für die örtliche Raumplanung. Sie können Entscheidungen für den eigenen Wirkungsbereich treffen.
In den meisten Ländern stehen folgende Instrumente auf Gemeindeebene zur Verfügung: Örtliches Entwicklungskonzept, Flächenwidmungsplan, Bebauungsplan. Der Bürgermeister ist Baubehörde erster Instanz.
Literatur
- Heuel-Fabianek, B., Kühn, K., Mank, G.: Raumverträglichkeitsstudie (RVS) für die Europäische SpallationsNeutronenQuelle ESS am Standort Forschungszentrum Jülich. Vorhabenbezogene Änderung des Gebietsentwicklungsplans für den Regierungsbezirks Köln – Teilabschnitt Region Aachen. 2003. ESS-Bericht "ESS 03-134-M. ISSN 1433-559X
- H. Spitzer (1995): Einführung in die Räumliche Planung, Stuttgart:UTB, ISBN 382528106X
- Akademie für Raumforschung und Landesplanung (1999): Grundriss der Landes- und Regionalplanung, Hannover
Weblinks
- [http://www.bauordnungen.de Alle Bauordnungen]
- [http://www.planum.net Planum] - the European Journal of Planning
- [http://www.planungsstudium.net/ planungsstudium.net]
- [http://www.uni-muenster.de/Jura.zir/Welcome.html Zentralinstitut für Raumplanung] an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
- [http://www.oir.at Österreichisches Institut für Raumplanung (ÖIR)]
- [http://www.ifr-ev.de Informationskreis für Raumplanung (IfR) e.V.]
- [http://www.srl.de Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL e.V.)]
- [http://www.stadt-und-region.de Link-Portal zur Stadt- und Regionalentwicklung]
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VerkehrsgeografieDie Verkehrsgeografie als Teil der geografischen Wissenschaften sowie der Verkehrswissenschaften untersucht die räumliche Verteilung der Erscheinungen des Verkehrs bzw. des Verkehrswesens und die Bedingungen und Besonderheiten seiner Entwicklung in verschiedenen Räumen. Der historische Prozess der Erforschung der Erde als Ausgangspunkt der Geographie ist ohne Verkehrsmittel kaum denkbar. Die Verkehrsgeographie bzw. Verkehrsgeografie beschäftigt sich jedoch nicht mit dem Prozess der Tilgung weißer Flecken auf Landkarten, sondern mit der Wechselwirkung von Raum und Verkehr bzw. Methoden zur Raumüberwindung.
Themenfelder
Folgende Bereiche sind bei der wissenschaftlichen Betrachtung zu unterscheiden:
- Die Geographie von Verkehrsmitteln und -infrastruktur (beispielsweise Verteilung der Verkehrswege).
- Die Wirkung von Verkehr auf Raum und Raumnutzung (siehe auch Wirtschaftsgeographie).
- Räumliche Mobilität (und ihre moderne Substitution mithilfe von IT) mit ihren Vernetzungen zu Stadtgeographie und Suburbanisierung.
Die Übertragung von verkehrsgeografischen Erkenntnissen in praktische Anwendungen geschieht regelmäßig (Beispiel: Verkehrstelematik, Verkehrsplanung).
Literatur
- Blum, Otto, Verkehrsgeographie, Berlin 1936
- Hochschule für Verkehrswesen, Haack Verlag (Hrsg.): Haack Atlas Weltverkehr - Atlas des Transport- und Nachrichtenwesens, Gotha 1985
- Jörg Maier, Heinz-Dieter Atzkern: Verkehrsgeographie. Verkehrsstrukturen, Verkehrspolitik, Verkehrsplanung. Teubner, Stuttgart 1992, ISBN 3-519-03428-X
- Institut für Länderkunde Leipzig (Hrsg.): Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland: Verkehr und Kommunikation, Spektrum Verlag 2001
Siehe auch
- Infrastruktur
- Verkehrszweige
- Verkehrswesen
- Verkehrswirtschaft
Weblinks
- http://www.verkehrsgeografie.de Verkehrsgeografische Infoseite
Kategorie:Humangeographie
Kategorie:Verkehr
VerkehrsplanungDie Verkehrsplanung ist ein Arbeitsgebiet im Verkehrswesen (speziell im Verkehrsbauwesen und im Verkehrsingenieurwesen), dessen Aufgabe in der optimalen Gestaltung von Verkehrssystemen liegt - unter Berücksichtigung von qualitativen und quantitativen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Verkehrsprozessen für jetzige und kommende Generationen (Prinzip der Nachhaltigkeit) basierend auf Kenntnissen über den Verkehrsablauf, über die Verkehrstechnik und über die Verkehrsorganisation. Die Verkehrsplanung entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Bauingenieurwesen, insbesondere aus den Bereichen Entwurf und Bemessung von Verkehrsanlagen sowie der Raum- und Stadtplanung, der Architektur und dem Vermessungsingenieurwesen. Inzwischen hat sich die Verkehrsplanung als eigenständiges Arbeitsgebiet innerhalb der Verkehrswissenschaften etabliert.
Begriffsbedeutungen
Je nach Zusammenhang kann der Begriff Verkehrsplanung unterschiedliche Bedeutung haben. So meint dieser Begriff u. a.
- die konzeptionelle Tätigkeit zur langfristigen Entwicklung des Verkehrsraums im Rahmen einer Leitplanung (Generalverkehrsplanung),
- den Entwurf und Dimensionierung von Verkehrsinfrastrukturanlagen sowie Verkehrsnetzgestaltung (Verkehrsplanung im herkömmlichen Sinne, vgl. Verkehrsbauwesen),
- innerhalb des Verkehrsingenieurwesens das Erarbeiten von Betriebsplänen für öffentliche Verkehrssysteme (buchstäblich "Planung des Verkehrs", z. B. Fahrplangestaltung, Fahrzeugeinsatz- und Instandsetzungspläne),
- die Untersuchung von Verkehrsströmen in einem abgegrenzten Verkehrsraum mittels Verkehrsanalyse, Verkehrserhebungen sowie Mitteln der Optimierung, auch als Theoretische Verkehrsplanung bezeichnet,
- die Gestaltung von integrierten Verkehrssystemen unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften der Verkehrszweige und ihrer Verkehrsmittel (u. a.Verkehrsbauwesen, Verkehrstechnik, Verkehrsbetriebstechnologie), den Belangen verschiedener Planungsautoritäten (Umweltplanung, Siedlungentwicklungsplanung etc.) und betroffener Personengruppen sowie der Systemumgebung - auch als Integrierte Verkehrsplanung bezeichnet,
- insbesondere in der volkswirtschaftlcihen Planung von Zentralverwaltungswirtschaften: Durchsetzung verkehrspolitischer und -wirtschaftlicher Zielsetzungen durch Festsetzung des künftigen Verkehrsangebotes (damit Gestaltung des gesamten Verkehrswesens) auf Basis von Bedarfsprognosen.
- Ungebräuchlich: Vorbereitung für eine Reise (Reiseplanung) oder eine Fahrt.
Aufgaben
Aufgabe der Verkehrsplanung ist es u.a. Wirkungen von Maßnahmen, die den Verkehr beeinflussen, abzuschätzen. Diese Wirkungen sollten im Idealfall eine Verbesserung des Ist-Zustandes herbeiführen. Die Verkehrplanung beeinflusst den Verkehr mittel- bis langfristig mittels verschiedener Verkehrsplanungsinstrumente. Sie behandelt verschiedene Aspekte und vermittelt zwischen verschiedenen Akteuren, die mit dem Verkehrssystem oder seinen Wirkungen in Verbindung stehen:
- Politische Aspekte (z. B. Bundesverkehrswegeplanung, regionale Entwicklungsplanungen, allg. Verkehrspolitik),
- Wirtschaftliche Aspekte (Verkehrssysteme müssen sich rechnen),
- Konstruktive Aspekte (Infrastruktur, Fahrzeuge, Energie),
- Soziale Aspekte (Erreichbarkeit, Verfügbarkeit, kurz: Mobilität, vgl. auch Verkehrspsychologie),
- Betriebliche Aspekte (Schnittstelle zum Verkehrsingenieurwesen, berücksichtigt Teilbereiche "Individualverkehr" und "Öffentlicher Verkehr"),
- Einfluss der Systemumgebung (Umgebungs- bzw. Umweltaspekte), also der zum Verkehrsraum benachbarten Räume und Systeme, wie z. B. andere Wirtschaftszweige, andere Regionen, das Ausland, die Biosphäre (vgl. Verkehrsökologie).
Die Arbeit in der Verkehrsplanung ist durch die Wirkung folgender Faktoren gekennzeichnet:
- Langlebigkeit der Verkehrsinfrastruktur: Einmal geplant, einmal gebaut - das Projekt muss gelungen sein.
- Netzcharakter: Die Strukturen des Verkehrswesens sind flächendeckend. Änderungen sind daher sehr ressourcenintensiv. Reaktionen der Struktur auf Änderungen sind komplex.
- Planungsparadigmen: Das Verkehrswesen ist ein gesellschaftlich weit verknüpftes Gebilde, was häufigen und v. a. vielseitigen Einflüssen unterworfen ist. Hier besteht die Notwendigkeit zwischen dem Ausgleich bzw. zur Weiterentwicklung.
- Schwankende Nachfrage: Ob Ferienstau, tägliche Rush-Hour oder die Wochenend-Pendler. Das Verkehrssystem unterliegt einer sehr wechselvollen Nutzungsintensität.
- Verkehrsleistung ist eine Dienstleistung: Die Kapazität muss so bemessen sein, dass jede Nachfrage sofort befriedigt wird, denn man kann Verkehrsdienstleistungen nicht auf Vorrat produzieren. Das hierdurch entstehende Problem von Kapazitätsengpässen (vgl. schwankende Nachfrage) kann durch intelligentes Verkehrssystem- bzw. Mobilitätsmanagement gelöst werden.
- Viele Interessengruppen: Neben den "Insidern" des Verkehrssystems verfolgen auch Politiker, Nutzergruppen, Geschädigte und weitere Akteure ihre Interessen. Aufgabe der "Integrierten Verkehrsplanung" ist die Vermittlung zwischen allen Interessen.
- Konkurrierende Verkehrszweige: Jeder heute existierende Verkehrszweig ist im Rahmen seines spezifischen Angebots für eine ebenso spezifische Nachfrage bestimmt. Die intelligente Verknpüfung der verschiedenen Systeme ist ebenfalls eine Besonderheit in der Arbeit der Verkehrsplanung (Entwurf und Konzeption) sowie der Logistik bzw. Verkehrsbetriebstechnik (im alltäglichen Geschäft).
Siehe auch
- Fundamentaldiagramm
- Mobilität
- Verkehr
- Fußverkehr
- Verkehrssystem
- Verkehrsträger
- Verkehrszweig
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Weblinks
- [http://www.studienberatung.tu-berlin.de/faecher/verkehr/verkehr.html Erklärung zum Diplomstudiengang Verkehrswesen von der TU-Berlin]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Wissenschaft/Ingenieurwissenschaften/Verkehr/ Linkliste bei dmoz.de zum Thema Verkehr (Mit Unterkategorie für Fakultäten)]
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Verkehrstechnik
Kategorie:Transport & Verkehr
VerkehrsstatistikDie Verkehrsstatistik ist ein Teilgebiet der Statistik, in dem die theoretischen Grundlagen für die Untersuchung von Massenerscheinungen des Verkehrs bzw. des Verkehrswesens geschaffen werden. Aufgrund der Weiträumigkeit der Verkehrsprozesse sowie der Gleichzeitigkeit von Leistungserstellung und Verbrauch der Mobilitätsdienstleistung ergeben sich insbesondere hinsichtlich der Verkehrserhebung einige Besonderheiten gegenüber den anderen Zweigen der Wirtschaftsstatistik.
Arbeitsbereiche:
- Statistik der Verkehrsmittel,
- Statistik der der Verkehrsanlagen,
- Statistik der der Arbeitskräfte,
- Statistik der der Verkehrsleistungen (Verkehrsstromstatistik),
- Statistik der Effektivität des Verkehrs.
Anwendung in: Verkehrswirtschaft, Verkehrsökonometrie, Verkehrsingenieurwesen, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik, Verkehrsgeografie, Verkehrsphysik, Verkehrsgeschichte.
Siehe auch
- Wirtschaft
- Mobilität
- Verkehrswissenschaften
- Verkehrszweig
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Kategorie:Verkehr Kategorie:Transport & Verkehr Kategorie:Wirtschaft
VerkehrsökonometrieDie Verkehrsökonometrie ist ein Teilgebiet der Ökonometrie bzw. der Verkehrswirtschaftslehre, welches Verkehrsprozesse mittels mathematischer Methoden, statistischer Daten und verkehrs- und wirtschaftstheoretischer Modelle quantitativ beschreibt. Aufgaben: Analyse des Verkehrssystems (deskriptive Arbeit), Modellentwicklung, Voraussagen über mögliche Verkehrsentwicklungen (prognostische Arbeit). Die Verkehrsökonometrie steht eng mit der Operationsforschung in Beziehung, wenngleich die statistische Bestimmung von Modellparametern in der V. nicht im Vordergrund steht. Arbeitsthemen und Modelle:
- Verkehrsmatrix (auch Transportmatrix), Modell zur Beschreibung von Verkehrssystemen, v.a. als Verkehrsnetzmatrix und Verkehrsstrommatrix.
- Verkehrsökonometrisches Verflechtungsmodell (Input-Output-Modell)
- Verkehrsnachfragemodelle
- Modelle zur Verkehrsprozesssimulation
Siehe auch
- Wirtschaft
- Mobilität
- Verkehrsstatistik
- Verkehrsträger
- Verkehrszweig
- Verkehrsphysik
Literatur
Richter, K.-J.: Verkehrsökonometrie. Elemente quantitativer Verkehrswirtschaft, München 1995 ISBN 3-486-22858-7
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Wirtschaft
VerkehrspolitikAls Verkehrspolitik werden alle Maßnahmen des Staates und der öffentlichen Körperschaften in Zusammenhang mit der Raumüberwindung bezeichnet. Dazu gehören:
- Maßnahmen der Ordnungspolitik - Regulierung des Verkehrs durch Verbesserung des Wettbewerbs, Regulierung der Märkte u.ä.
- Maßnahmen der Strukturpolitik - Erreichung bestimmter volkswirtschaftlicher Ziele.
- Zielsetzungen der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik - erlauben ein Abweichen vom Grundsatz der Kostendeckung.
Hauptprobleme der Verkehrspolitik sind:
- Beeinflussung der Anteile der konkurrierenden Verkehrsträger am Verkehrsaufkommen (Modal-Split), z.B. Konkurrenz beim Güterverkehr zwischen Schienenverkehr und Straßenverkehr.
- Auflösen des Zielkonflikts zwischen Verkehrsumweltpolitik und Verkehrswirtschaftspolitik, also der gleichzeitigen Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Kriterien. Auf diesem Gebiet hat sich das heutige Deutsche Verkehrsforum, 1984 als Verkehrsforum Bahn von der deutschen Wirtschaft gegründet, mit der Definition des Begriffs der Vernetzung der Verkehrsträger einen Namen gemacht. Dieser Begriff Vernetzung der Verkehrsträger wird heute als Standardbegriff von Wirtschaft, Wissenschaft, aber auch Bundespräsidenten, Bundeskanzler, Verkehrminister und Verkehrsausschüssen der Parlamente als Standardbegriff für das ökonomisch und ökologisch sinnvolle Zusammenwirken von Schiene, Straße, Wasserstraßen- und Luftverkehr benutzt.
Als sogenanntes Predict-and-provide-Paradigma wird die zeitgenössisch dominante Denkschule der Verkehrspolitik bezeichnet, nach der eine prognostizierte zunehmende Verkehrsnachfrage durch die Bereitstellung einer entsprechenden Verkehrsinfrastruktur zu befriedigen ist. Kritiker meinen, dass statt der Beschleunigung des Autoverkehrs Mobilitätspolitik versuchen sollte, risikoärmere und umweltgerechtere Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu befördern.
Die Verkehrspolitik kann für mehr oder weniger Infrastruktursysteme zuständig sein - je nach Auffassung im jeweiligen Land. So können u.U. der Leitungsverkehr (z. B. Erdöl- und Erdgas-Pipelines, Elektrizitätsleitungen) sowie andere Verkehrsformen wie Dienstleistungs-, Kapital-, Nachrichten- oder Fremdenverkehr sowie das Postwesen zum Aufgabenfeld der Verkehrspolitik gehören.
Chronologie
Ab wann die ersten Gemeinwesen anfingen, sich planmäßig, strategisch und nachhaltig um die Verbesserung der verkehrlichen Verhältnisse zu kümmern, lässt sich wohl nicht klären. Erste Maßnahmen dürfte einfacher Brückenbau (Baumstamm über einen Bach), die einfache Wegweisung bei Nomaden (z.B. Steinhaufen, Ritzen im Baum) oder einfache „Straßenbaumaßnahmen“ (Reisig und Sand in Pfützen legen) gewesen sein.
Geschichtlich bekannt ist der Straßenbau bei den Babyloniern (2000 v.u.Z.) und erst recht dann bei den Römern. Neben dem ausgedehnten Straßennetz gab es auch schon straßenverkehrsrechtliche Regelungen. Von Cäsar wird berichtet, dass er zu gewissen Tagesstunden die Einfahrt in das Geschäftszentrum von Rom verbot, um den täglichen Verkehrsstau zu verhindern.
- 1220: Reglementierungen für Landfahrzeuge (Sachsenspiegel)
- 1270: Reglementierungen für Schiffe (Hamburger Schiffsrecht)
- 1913-1921: Bau der AVUS (= Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) in Berlin; vermutlich älteste Autobahn der Welt.
- 1922-1923: Bau der 130 km langen Autostrada von Mailand zu den oberitalienischen Seen.
- 1931: Die Deutsche Reichsbahn macht erstmals Verluste.
- 1953: Der Bestand an Pkw erreicht in Deutschland die Millionengrenze.
- 1953-1957: Höhepunkt der Verkehrskrise in Deutschland (Schiene-Straße-Konflikt).
- 1955: Beginn der Massenmotorisierung mit Klein- und Kleinstautos: Goggomobil, Fendt-Flitzer, Messerschmitt-Kabinenroller, Isetta 300 u.a.
- 1957-1961: Liberalisierung der Verkehrsmärkte, systematischer Ausbau des Straßennetzes.
- 1961: Güterverkehrsreform.
- 1985: Mailänder Beschlüsse - Schaffung eines freien Verkehrsmarktes im Zuge der Vollendung des Binnenmarktes in der Europäischen Gemeinschaft bis 1992.
- 1990: Kabotageverordnung
- 1991: Transport 2000 plus - Vorschläge zur Weiterentwicklung der EG-Verkehrspolitik.
- 1992: Grünbuch der Europäischen Kommission zum Thema Die Auswirkungen des Verkehrs auf die Umwelt: Eine Gemeinschaftsstrategie für eine umweltbewusste Verkehrspolitik; Weißbuch der Europäischen Kommission zum Thema Die künftige Entwicklung der gemeinsamen Verkehrspolitik - Gemeinschaftsstrategie für eine auf Dauer tragbare Mobilität (sustainable mobility).
- 1993: Kabotagefreiheit; Richtlinie über die Besteuerung der LKW und die Erhebung von Maut- und Straßenbenutzungsgebühren durch den Ecofin-Rat.
- 1994: Bahnreform - Gründung der Deutsche Bahn AG
- 1998: Volle Kabotagefreiheit im Straßengüterverkehr - Jeder Fuhrunternehmer erhält ungehinderten Zugang zu den nationalen Transportmärkten der Mitgliedsländer.
Siehe auch
- deutsches Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
- Mobilität, Mobilitätspolitik
- Toll Collect
- Verkehr
- Verkehrsforum
- Verkehrsplanung
- Verkehrszweig
- Verkehrswissenschaften
Weblinks
- [http://www.umweltrat.de/02gutach/downlo02/sonderg/SG_Umwelt_und_Strassenverkehr2005_web.pdf Sondergutachten Umwelt und Straßenverkehr] des Sachverständigenrates für Umweltfragen [http://www.umweltrat.de/], Juni 2005, ISBN 3832914471, Bundestagsdrucksache 15/5900.
Kategorie:Verkehr Kategorie:Politisches Sachgebiet Kategorie:Transport & Verkehr
WirtschaftsverkehrMit Wirtschaftsverkehr werden die Ortsveränderungsprozesse von Gütern, Personen und Nachrichten bezeichnet, die im Rahmen der Produktion von Gütern (z. B. Waren, Dienstleistungen) bzw. zur Versorgung von Wirtschaftseinheiten (Industrie, (Bau-) Gewerbe, Handel) stattfinden. Einzelne Bereiche des Gütertransports und des Personenverkehrs zählen zum W., z. B. der Innerbetriebliche Transport, Dienstreisen oder Fahrten von Dienstleistern (z. B. mobiles Pflegepersonal) von einer Einsatzstelle zur nächsten ggf. mit Material zur Leistungserstellung. Besonders im Rahmen der urbanen Verkehrsplanung spielt der Umfang des Wirtschaftsverkehrs eine zunehmende Rolle. Bereiche sind:
- Gütertransport, v. a. Innerbetrieblicher Transport
- Service- und Dienstleistungsverkehr
- Geschäfts- und Dienstverkehr
- Verkehr der Schutz- und Hilfsdienste
Siehe auch
- Verkehrswesen
- Verkehrswirtschaft
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Güterverkehr
Kategorie:Logistik
MobilitätMobilität = Beweglichkeit ist von "mobil" (lat. mobilis, beweglich) abgeleitet. Je nach Zusammenhang hat Mobilität folgende Bedeutungen:
- Mobilität (Fortbewegung): Möglichkeit, räumliche Entfernungen zu überwinden..
- vertikale Soziale Mobilität: In der Soziologie Auf- und Abstieg von Personen(gruppen) zwischen verschiedenen sozialen Positionen bzw. Ständen
- horizontale Soziale Mobilität: In der Soziologie verwendeter Begriff für verschiedene Formen der Migration.
- geistige Mobilität: Fähigkeit, flexibel und in Alternativen zu denken (geistige Beweglichkeit)
- Mobilität im Sinne der Telematik: Im Gegensatz zur Portabilität die Möglichkeit zu Telekommunikation während der Bewegung
- mobile Arbeit siehe Immaterielle Arbeit
- Kommunikationslehre: Unterschiedliche Zeichen zeigen die gleiche Bedeutung auf (Beispiel: Regen wird durch Regenschirm, Wassertropfen, Regengeräusche angedeutet)
- elektrische Mobilität: Im elektrischen Transport bezeichnet die Mobilität die Beweglichkeit der Ladungsträger in einem Leiter bei angelegtem elektrischen Feld.
Siehe auch
- Verkehrswesen
- Verkehrswissenschaften
- Mobility
Kategorie: Eigenschaft
Verkehr
Der Begriff Verkehr beschreibt
a) Prozesse bzw. Vorgänge der Interaktion zwischen verschiedenen sozialen Akteuren, ist sozial der Umgang zwischen Menschen (z.B. er verkehrt in besseren Kreisen).
Im weiteren Sinne gehören dazu auch:
- Geschlechtsverkehr
- Geschäftsverkehr
- Verkehr im juristischen Sinne
- Fremdenverkehr (Siehe auch "dienstorientierter Verkehrszweig")
- Parteiverkehr
b) die Ortsveränderung von irgendwelchen Objekten in einem definierten System,
c) einen Prozess zur meist zielgerichteten oder zweckbestimmten Bewegung von Personen, Gütern oder Nachrichten/Daten in einem örtlich, zeitlich oder sachlich definierten Raum, i.d.R. unter Zuhilfenahme von Verkehrsmitteln, Verkehrsinfrastruktur bzw. Verkehrswegen (vgl. Verkehrswesen). Für den reibungslosen Ablauf des Verkehrs sorgen umfangreiche und detaillierte Regeln (Verkehrsrecht, Protokolle). Eine - wenn auch nicht in allen Aspekten ausreichende - quantitative Beschreibung des Verkehrs erfolgt durch die Verkehrsleistung, gemessen in Personenkilometern (Personenbeförderung) oder Tonnenkilometern (Gütertransport). Die wissenschaftliche Behandlung aller Aspekte der Ortsveränderungsprozesse von Personen, Gütern und Nachrichten obliegt den Verkehrswissenschaften.
d) Umgangssprachliche Kurzfassung für den Fachbegriff Verkehrswesen.
Bedeutung des Begriffs Verkehr - ein Erklärungsversuch
Ursprünglich (in vorindustrieller Zeit) meint der Begriff „dass etwas verkehrt (ist)“, sich also irgendetwas (herum-)bewegt. Zunächst hatte der Begriff keine der heute üblichen Implikationen. Später wurde der Begriff im Zusammenhang mit Handel und Wandel (sic!) verwendet, so dass der moderne Begriff „Verkehr“ sich anfangs auf den Geld- und Warenverkehr bezogen zu haben scheint. Mit diesem Begriff erfasste man also alle in einer Wirtschaft auftretenden Bewegungen von Geld und Gütern. Dabei war es in jener Zeit im Prinzip unerheblich, ob die Umsetzung mit einem Pferdefuhrwerk oder zu Fuß stattfand, denn eine wirtschaftliche oder technische Differenzierung der Verkehrsmittel gab es noch nicht. In diesem Sinne werden heute noch einige Begriffe verwendet: Zahlungsverkehr, Warenverkehr u.ä.
Im Verlaufe des 19. Jahrhunderts setzte die wirtschaftliche und technische Differenzierung der Verkehrsmittel ein. Dabei wurden verschiedene Verkehrsmittel entsprechend ihrer typischen Merkmale in Gruppen zu Verkehrszweigen zusammengefasst, wie z.B. die Eisenbahn (= Menge aller Verkehrssysteme und deren Komponenten, deren Merkmal die Spurführung der Schienenfahrzeuge im Rad-Schiene-System, das Fahren im Raumabstand usw. ist.) Diese Verkehrssysteme unter dem Oberbegriff „Eisenbahn“ zusammengefasst, wurden natürlich auch unter makroökonomischen Gesichtspunkten analysiert. Dabei Stand – wie vorher in der Betrachtung der ganzen Volkswirtschaft – die Bewegung aller Einheiten in diesem abgegrenzten Verkehrssystem im Interesse. Die Menge aller dieser Bewegungen nannte man dann „Eisenbahnverkehr“. Analog entstanden die Begriffe Straßenverkehr, Luftverkehr, Wasserverkehr, Nachrichtenverkehr oder Postverkehr. Im Englischen wird diese Bedeutung des Begriffes „Verkehr“ mit „traffic“ gebraucht.
Findet der Ortsveränderungsprozess statt, um das räumliche Dasein von Personen und Gütern durch ein Verkehrsmittel zu verändern, so spricht man vom Transportprozess bzw. vom Transportwesen.
Kenngrößen des Verkehrsprozesses
Verkehrsmenge, Verkehrsweite (Transportweite), Verkehrsarbeit, Verkehrszeit, Verkehrsleistung, Verkehrsstromstärke (Flussintensität), Verkehrsquellstärke bzw. -quellintensität (Zuflussintensität), Verkehrssenkstärke bzw. -senkintensität (Abflussintensität), Verkehrsdurchsatz, Verkehrsgeschwindigkeit. Diese Kenngrößen sind wichtig für die quantitative Bewertung von Verkehrsprozessen und für die Verkehrsmodellierung (z. B. in der Verkehrswirtschaft, Verkehrsökonometrie, Verkehrsplanung, Verkehrsphysik und in der Verkehrsbetriebstechnologie).
Güter- und Personenverkehr
Verkehr entsteht als Folge räumlicher Trennung sozialer Aktivitäten wie Wohnen, Arbeiten, sich Bilden und sich Erholen. Er schafft Voraussetzungen für eine hohe Mobilität des Menschen, für Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, für Entstehung von Industriestandorten, sowie Spezialisierung von Produktionen. Somit dient der Verkehr der Raumüberwindung und wird als ein Grundbedürfnis des Menschen angesehen.
Die Aufstellung für Regeln sowie die Überwachung von deren Einhaltung obliegt den Verkehrsministerien des Bundes und der Länder, den Verkehrsreferaten der Landkreise und Kommunen, sowie der Polizei, bzw. spezieller Einrichtungen (z.B. Flugsicherung, Bundesamt für Güterverkehr (BAG), Wasserschutzpolizei, Datenschutzbeauftragte/r).
Die Verkehrspolitik trifft die Entscheidung über die Gestaltung des Verkehrs und den Bau und Ausbau von Verkehrsanlagen.
Verkehrsart
Eine Verkehrsart ist die Form des Verkehr i.S.d. Transports von Gütern oder Personen.
Es existieren die Verkehrsarten
- Individueller Verkehr
Der Individualverkehr umfasst den motoriserten Individualverkehr (MIV) mit Kraftfahrzeugen und den nicht motorisierten Individualverkehr: Radverkehr und Fussverkehr (Langsamverkehr LV)
- Öffentlicher Verkehr
Öffentlicher Verkehr (öV) ist die Verkehrsart, die der allgemeinen Bevölkerung zum urbanen, regionalen bzw. überregionalen Verkehr dient (Bus, Bahnen und Strassenbahn).
- Durchgangsverkehr
Durchgangsverkehr ist der Verkehr, der durch ein bestimmtes Gebiet fließt, ohne dass der Verkehr Ziel oder Quelle in diesem Gebiet hat.
- Zielverkehr
Zielverkehr ist der Verkehr, der ein bestimmtes Ziel in einem Stadtteil ansteuert.
- Quellverkehr
Quellverkehr ist der Verkehr, der in einem Stadtteil seinen Ursprung hat
- Binnenverkehr
Binnenverkehr ist der Verkehr, der nur in einem bestimmten Stadtteil stattfindet.
- Nahverkehr
Nahverkehr ist der Verkehr, der nur einen regionalen Aktionsradius umfaßt.
- Fernverkehr
Fernverkehr ist der Verkehr, der einen überregionalen und internationalen Aktionsradius umfaßt.
Abgrenzung
Je nach Definitionsebene unterscheidet man:
- Straßenverkehr - Schienenverkehr - Luftverkehr - Schifffahrt
- motorisierter - nicht-motorisierter Verkehr
- Individualverkehr - Kollektivverkehr (Öffentlicher Verkehr)
- Personenverkehr - Güterverkehr
- Fernverkehr - Nahverkehr
- Umweltverbund - motorisierter Indivudualverkehr
Datenverkehr
In der Informationstechnologie werden Daten ausgetauscht das erfolgt über:
- Funkverkehr
- Datenfunk
- Flugfunk
- Seefunk
- BOS-Funk
- Telex
- Fernschreiben
- Telefonie
- Briefverkehr
- Signale
- Signalflaggen
- Notsignale
Siehe auch:
Verkehrspsychologie, Verkehrssoziologie, Themenliste Straßenbau, Themenliste Straßenverkehr, Themenliste Fahrzeugtechnik, Verkehrsgeschichte, Motorisierung, Verkehrssystem, Verkehrszweig, Verkehrswissenschaften, Verkehrswesen, Hochschule für Verkehrswesen, Mobilität, Mobilitätskultur
Weblinks
- [http://www.vkw.tu-dresden.de/ Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List"]
- [http://www.hfv-dd.de/ Traditionsseiten für die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden]
- [http://www.studienberatung.tu-berlin.de/faecher/verkehr/verkehr.html Diplomstudiengang Verkehrswesen an der TU-Berlin]
- http://www.ruhr-uni-bochum.de/verkehrswesen/
- http://www.ifv.uni-karlsruhe.de/
- [http://www.vpt-weimar.de/ Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, Bauhaus-Universität Weimar]
ja:交通
VerkehrszweigVerkehrszweige (Verkehrsträger) sind i. w. S. verschiedene Ausprägungsformen von Verkehrssystemen und i. e. S. Bezeichnung für einzelne Branchen des Verkehrswesens bzw. des Öffentlichen Verkehrs. Die Branchen entstehen durch Gruppierung von Verkehrsunternehmen entsprechend typischer Kriterien, wie z. B.
- die Bedienung eines typischen Marktsegments (Verkehrsbedarf),
- unter Nutzung typischer Verkehrsmittel,
- und typischen Betriebs- und Organisationsformen (Betriebsführung/ Verkehrsbetriebstechnologie) in typischen Unternehmensformen (vgl. Verkehrsbetrieb).
Sie müssen in ausreichendem Maße am Modal Split beteiligt sein, damit sie als Branchen statistisch erfassbar sind (i. w. S. Massenhaftigkeit). Es gibt qualitative und quantitative Vergleichs- und Bewertungskriterien für Verkehrszweige, so z. B. Massenleistungsfähigkeit, Schnelligkeit, Netzbildungsfähigkeit, Berechenbarkeit, Häufigkeit der Verkehrsbedienung, Sicherheit und Leichtigkeit der Prozessabwicklung. Als spezialisierte Branchen innerhalb der Verkehrswirtschaft, deren Geschäftstätigkeit die Erstellung allgemein zugänglicher Mobilitätsleistungen umfasst, sind die Verkehrszweige grundsätzlich dem öffentlichen Verkehr zuzuordnen. Die Verkehrszweige lassen sich nach technisch-technologischen Unterscheidungskriterienin systemorientierte Verkehrsträger oder nach wirtschaftlich-organisatorischen Unterscheidungskriterien in anwendungsorientierte Verkehrsdienste unterteilen.
a) Systemorientierte Zweige: Verkehrsträger
- Binnenschifffahrt, Küstenschifffahrt und Seeschifffahrt,
- Landverkehr,
- Öffentlicher Straßenverkehr/ Kraftverkehr,
- Eisenbahnverkehr,
- Luftfahrt und Raumfahrt,
- (Überregionaler) Leitungsverkehr (z. B. Rohrleitungstransport, Übertragung von Energie in Kabeln) einschließlich der Nachrichtentechnik bzw. Übertragungstechnik,
- (Behälterverkehr/ Kombinierter Verkehr).
Die systemorientierten Verkehrszweige bieten transportnahe Leistungen an (neudeutsch: Carrier-Dienste). Dazu betreiben sie unterschiedliche Verkehrssysteme, wobei jedes Verkehrssystem den unterschiedlichen Anforderungen des Kunden und des zu befördernden Verkehrsobjektes an den Transportprozess hinsichtlich Qualität und Quantität (z. B. Transportgeschwindigkeit, Kapazität, Route, Medium) genügt. Der Behälterverkehr ist eine Mischform zwischen systemorientierten und dienstorientierten Zweigen. Die Nachrichtentechnik wird häufig separat betrachtet.
Auch wenn die o.g. Verkehrsträger nach den hauptsächlich verwendeten technischen Hilfsmitteln bezeichnet werden, so handelt es sich trotzdem um eine Branchenbezeichnung. Mit dem Begriff "Eisenbahnverkehr" bzw. kurz "Eisenbahn" ist also nicht die Summe aller Lokomotiven, Weichen und Ste´llwerksgebäude gemeint, sondern die Menge aller am Verkehrsmarkt tätigen Verkehrsunternehmen, die zu deren Leistungserstellung das technische Hilfsmittel "Eisenbahn" (i.w.S.) verwenden.
b) Anwendungsorientierte Zweige: Verkehrsdienstleistungen/ Mobilitätsdienste
- Personenfernverkehr: Fremdenverkehr/ Tourismus,
- Personennahverkehr: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV),
- Gütertransportdienste/ Güterverkehr in lokalen, regionalen und internationalen Relationen,
- Logistik, Spedition, Befrachtung, Transport,
- Versorgungsdienste mit Wasser/ Abwasser, Energie, Wärme,
- Postwesen/ Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP),
- Nachrichtenwesen: Fernmeldewesen/ Telekommunikation (Übermittlung von nicht stofflichen Nachrichten), z. B. Datencarrierdienste, Providerdienste u.ä.
Die dienstorientierten Zweige bedienen sich der o.g. systemorientierten Zweige, um die Verkehrsdienstleistungen anzubieten. Klassisch: Die Post nutzte u. a. die Transportleistung der Eisenbahn (Bahnpost) für die Erstellung von Postdiensten. Der Zweig Nachrichtenwesen wird häufig separat betrachtet.
Verkehrszweig oder Verkehrsträger?
Grundsätzlich können beide Begriffe synonym verwendet werden. Verkehrszweig meint bildlich einen Zweig innerhalb der Branche (des Wirtschaftszweiges) "Transport- und Nachrichtenwesen", während Verkehrsträger diejenige Branche meint, die eine bestimmte Verkehrsleistung erbringt und damit das Verkehraufkommen einer Volkswirtschaft "trägt". Dennoch gibt es auch andere, sehr technisch orientierte Erklärungen des Begriffs "Verkehrsträger", wie auch in diesem Online-Wörterbuch unter selbem Stichwort ersichtlich wird.
Verkehrszweig oder Verkehrsmittel?
Die Verkehrsmittel sind die Gesamtheit der stationären und mobilen Arbeitsmittel, welche die Ortsveränderung von Gütern, Personen und Nachrichten ermöglicht, so z. B.
- Verkehrsinfrastruktur (Weg, Station, Nebenanlagen),
- Fahrzeuge und Gefäße,
- stationär oder mobil eingesetztes Personal (Arbeitskraft),
- Antriebskonfiguration und Energieversorgung (Traktion) sowie
- Methoden und Einrichtungen der Betriebsführung bzw. Betriebsorganisation.
Unter Verkehrsmitteln versteht man umgangssprachlich lediglich die Fahrzeuge. (Vgl. auch Stichwort "Verkehrsmittel" in diesem Online-Wörterbuch unter dem entsprechenden Stichwort zu finden ist.) Aus der Definition wird deutlich, dass es einen bedeutsamen Unterschied zwischen den Begriffen "Verkehrszweig"/ "Verkehrsträger" und Verkehrsmittel gibt.
Siehe auch
- Mobilität
- Verkehr
- Verkehrssystem
- Verkehrsmittel
- Liste der Verkehrsmittel
- Verkehrswissenschaften
- Hochschule für Verkehrswesen
Kategorie:Verkehr
Kategorie:Transport & Verkehr
Kategorie:Schienenverkehr
Kategorie:Schifffahrt
Kategorie:Luftverkehr
Kategorie:Postwesen
Kategorie:Telekommunikation
Kategorie:Transport & VerkehrKategorie Transport & Verkehr
Dies ist eine Hauptkategorie, die auf Themen der Kategorie Logistik, der Kategorie Verkehr und auf übrige Themen verweisen soll. Beispielsweise sollte der Artikel "Luftseilbahn" also nicht der vorliegenden Kategerie zugewiesen werden.
Kategorie:!Hauptkategorie
Kategorie:Thema
ja:Category:交通
ko:분류:교통
th:Category:การขนส่ง
zh-min-nan:Category:Kau-thong Vuk DraškovićVuk Drašković (født 29. november 1946) er en serbisk politiker, i 2005 utenriksminister i Serbia og Montenegro.
Draskovic, Vuk
Draskovic, Vuk
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