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Deutsches Zentrum Für Luft- Und Raumfahrt

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt und die Raumfahrtagentur Deutschlands. Das DLR ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrtagentur im Auftrag der Bundesregierung für die Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zur Nachwuchsförderung wurden in den letzten Jahren fünf DLR School Labs eingerichtet, in denen Jugendlichen die Physik näher gebracht werden soll.

Standorte

Das DLR ist in Deutschland an acht Standorten präsent:
- Berlin-Adlershof
  - Institut für Planetenforschung
  - Optische Informationssysteme
  - Institut für Verkehrsforschung
  - Cluster Angewandte Fernerkundung
  - Institut für Antriebstechnik
  - Projektträger im DLR - Informationstechnik
  - Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik
  - DLR School Lab Berlin-Adlershof
- Bonn-Oberkassel
  - Raumfahrtagentur
  - Internationales Büro
  - EUREKA/COST-Büro [http://www.dlr.de/EUREKA EUREKA] [http://www.kp.dlr.de/COST COST]
- Braunschweig
  - Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
  - Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik
  - Institut für Flugführung
  - Institut für Flugsystemtechnik
  - Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung.
- Göttingen
  - Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik
  - Institut für Aeroelastik
  - Institut für Antriebstechnik - Abt. Turbinentechnologie
  - Windkanäle
  - DLR_School_Lab Göttingen
- Köln-Porz
  - Sitz des Vorstands
  - Triebwerksforschung
  - Luft- und Raumfahrtmedizin
  - Raumsimulation, Raumflugbetrieb, Astronautentraining
  - Werkstoffforschung
  - Solare Energietechnik
  - Simulations- und Softwaretechnik
- Lampoldshausen
  - Institut für Raumfahrtantriebe
  - Außenstelle des Instituts für Technische Physik
- Oberpfaffenhofen
  - Deutsches Raumfahrtkontrollzentrum / German Space Operations Center (GSOC)
  - Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum (DFD)
  - Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme
  - [http://www.dlr.de/kn Institut für Kommunikation und Navigation]
  - Institut für Physik der Atmosphäre
  - Institut für Robotik und Mechatronik
- Stuttgart
  - Institut für Verbrennungstechnik
  - Institut für Technische Thermodynamik
  - Institut für Technische Physik
  - Institut für Fahrzeugkonzepte
  - Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung

Außenstellen

Weitere Außenstellen des DLR gibt es in:
- Hamburg
- Bremen
- Trauen
- Neustrelitz
- Kralenriede
- Charlottenburg
- Jülich
- Bad Godesberg
- Weilheim in Oberbayern
- Sankt Augustin Zur Zeit sind ungefähr 5.100 Menschen im DLR beschäftigt. Es werden 31 Institute bzw. Test- und Betriebseinrichtungen unterhalten. Das DLR unterhält Außenbüros in Brüssel, Paris und Washington, D.C..

Vorstand

Der Vorstand besteht aus:
- Prof. Dr. Sigmar Wittig (Vors.) seit März 2002
- Prof. Dr. Bernd J. Höfer (stellv. Vors.) seit April 2001
- Prof. Dr. Achim Bachem (Raumfahrt und Verkehr) seit 1996
- Prof. Dr. Joachim Szodruch (Luftfahrt und Energie) seit 2002
- Dr. Ludwig Baumgarten (Raumfahrtmanagement und Projektträger des DLR) seit April 2002

Geschichte

Das DLR entstand im Jahre 1969 mit dem Namen Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) durch den Zusammenschluss dreier Einrichtungen. Das waren die Aerodynamische Versuchsanstalt (AVA), die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) und die Deutsche Forschungsanstalt für Luftfahrt (DFL) sowie 1972 die Gesellschaft für Weltraumforschung (GfW). Im Jahre 1989 wurde die DFVLR in Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) umbenannt. Nach dem Zusammenschluss der Deutschen Agentur für Raumfahrtangelegenheiten (DARA) mit der DLR im Jahre 1997 wurde der Name in Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt geändert.

Projekte


- Mars Express
- Galileo (Satellitennavigation)
- Shuttle Radar Topography Mission
- Test für neue leistungstärkere Oberstufen-Triebwerke

DLR_School_Labs


- Berlin-Adlershof
- Göttingen
- Hamburg/Harburg
- Lampoldshausen/Stuttgart
- Köln-Porz
- Oberpfaffenhofen Siehe auch: DLR_School_Lab

Weblinks


- [http://www.dlr.de/ Homepage des DLR]
- [http://www.schoollab.dlr.de DLR_School_Lab] Schülerlabor
- [http://www.dlr.org Website DLR Büro Washington]
- [http://www.helmholtz.de Helmholtz-Gemeinschaft (HGF)] Kategorie:Forschungszentrum Kategorie:Raumfahrtorganisation Kategorie:Organisation in Berlin Kategorie:Bonn Kategorie:Braunschweig Kategorie:Göttingen Kategorie:Köln Kategorie:Starnberg Kategorie:Unternehmen (Stuttgart)

Helmholtz-Gemeinschaft

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) ist die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Sie ist ein Mitgliedsverbund aus 15 unabhängigen naturwissenschaftlich-technisch und biologisch-medizinisch ausgerichteten Forschungszentren mit zusammen ca. 24.000 Beschäftigten und einem Jahresbudget, das mehr als zwei Milliarden Euro umfasst. Erklärtes Ziel ist es, "große und drängende Fragen von Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft zu beantworten". Der Namensgeber der Gemeinschaft ist der deutsche Physiologe und Physiker Hermann von Helmholtz.

Überblick

Das jährliche Budget der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren beträgt mehr als zwei Milliarden Euro, von denen etwa 70% im Rahmen der Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand finanziert werden, während der Rest von den Mitgliedern als Drittmittel eingeworben wird. Die Grundfinanzierung wird zu 90% vom Bund und zu 10% von den Ländern getragen. Zum 1. September 2005 hat Professor Dr. Jürgen Mlynek seine Aufgabe als neuer Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft übernommen. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Walter Kröll an.

Programmstruktur

Die Arbeiten der Zentren werden in Programmen kategorisiert, welche in sechs Forschungsbereiche eingeteilt sind. Pro Forschungsbereich ist angegeben, welche Mitgliedszentren der Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt sind:
- Energie (DLR, FZKA, FZJ, GFZ, HMI, IPP)
  - Erneuerbare Energien
  - Rationelle Energieumwandlung
  - Kernfusion
  - Nukleare Sicherheitsforschung
- Erde und Umwelt (AWI, FZJ, FZKA, GBF, GFZ, GKSS, GSF, UFZ)
  - Geosystem: Erde im Wandel
  - Atmosphäre und Klima
  - Meeres-, Küsten- und Polarsysteme
  - Biogeosysteme: Dynamik und Anpassung
  - Nachhaltige Nutzung von Landschaften
  - Nachhaltige Entwicklung von Technik
- Gesundheit (DKFZ, FZJ, FZKA, GBF, GKSS, GSF, GSI, HMI, MDC, UFZ)
  - Krebsforschung
  - Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-erkrankungen
  - Funktion und Dysfunktion des Nervensystems
  - Infektion und Immunität
  - Umweltbedingte Störungen der Gesundheit
  - Vergleichende Genomforschung Mensch und Gesundheit
  - Medizintechnik
  - Regenerative Medizin
- Schlüsseltechnologien (FZJ, FZKA, GKSS, Mitwirkung des HMI an einzelnen Programmthemen)
  - Wissenschaftliches Rechnen
  - Informationstechnologie mit nanoelektronischen Systemen
  - Nanotechnologie
  - Mikrosystemtechnik
  - Funktionale Werkstoffsysteme
- Struktur der Materie (DESY, FZJ, FZKA, GKSS, GKSS, HMI)
  - Elementarteilchenphysik
  - Astroteilchenphysik
  - Physik der Hadronen und Kerne
  - Kondensierte Materie
  - Großgeräte mit Photonen, Neutronen, Ionen
- Verkehr und Weltraum (DLR)
  - Verkehr
  - Luftfahrt
  - Weltraum

Mitglieder

Weltraum Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sind:
- Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)
- Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)
- Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg (DKFZ)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Forschungszentrum Jülich (FZJ)
- Forschungszentrum Karlsruhe (FZKA)1
- Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
- Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ)
- GKSS-Forschungszentrum Geesthacht (GKSS)
- GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF)
- Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI)
- Hahn-Meitner-Institut Berlin (HMI)
- Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)
- Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin-Buch
- UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) Das GMD - Forschungszentrum Informationstechnik GmbH ist nicht mehr Mitglied der HGF. Es wurde 2000 bis 2001 mit der Fraunhofer-Gesellschaft fusioniert.

Weblinks


- [http://www.helmholtz.de Internetpräsenz der "Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren" (HGF)] Kategorie:Forschungsorganisation

DLR School Lab

Das DLR_School_Lab ist eine Einrichtung des DLR, deren Ziel es ist, Schülern der siebten bis neunten Jahrgangsstufe ein Interesse an moderner Forschung und Technik zu vermitteln. Das Motto des DLR ist „Raus aus der Schule – rein ins Labor!“.

Idee

Die Idee des DLR_School_Lab ist, dass Schulklassen für einen Tag an einem Standort des DLR verschiedene Experimente mit professionellen Mitteln durchführen können und dabei von Mitarbeitern des DLR betreut werden, die auch aufkommende Fragen beantworten. Die Teilnahme ist dabei bis auf die Anfahrt für die Schüler und die Schule kostenlos.

Ablauf

Nach der Ankunft an einem Standort des DLR und einer kurzen Einführung in die Aufgaben des DLR werden die Schüler in Gruppen von jeweils vier Schülern eingeteilt, in denen sie dann an verschiedenen, etwa 3 Stunden dauernden, Experimenten teilnehmen. Nach der Mittagspause werden die Gruppen neu eingeteilt, sodass jeder Schüler an zwei unterschiedlichen Experimenten teilgenommen hat.

Experimente

Das Angebot an Experimenten ist vom Standort und der Größe der Schulklasse abhängig. Generell bestehen die Experimente aus einer kurzen Einführung auf das Thema und den Bezug zum DLR, danach dürfen die Schüler selber experimentieren. Einige Experimente sind:

Robotik

Dieses Experiment läuft den ganzen Tag, es kann also nur eine Schülergruppe pro Tag daran teilnehmen. Hier wird der Roboter ASURO zusammengelötet und programmiert. Zwei Schüler löten den ASURO zusammen, wärend die anderen beiden Schüler bereits aufgebaute ASUROs programmieren. Nach der Mittagspause wird gewechselt, also dürfen die Schüler, die davor für den Zusammenbau verantwortlich waren, zur Programmierung übergehen und die anderen beiden ihn fertigstellen. Am Ende des Tages wird der ASURO der Gruppe übergeben.

Simulation

In diesem Experiment dürfen sich die Schüler mit einer professionellen Simulationssoftware vertraut machen. Nach einigen Beispielaufgaben dürfen sie eigene Modelle entwerfen und animieren. Dabei werden die Vorteile und Grenzen von Simulatioen erörtert. Unter anderem werden auch der Sinuslauf und Crashtests durchgenommen.

Infrarotmesstechnik

Hierbei werden Schülern Verfahren der Infrarotmesstechnik und ihre Vorteile nahe gebracht. Als praktische Experimente dürfen die Schüler mit einer modernen Wärmebildkamera hantieren und dabei verschiedene Eigenschaften von Wärmestrahlung beobachten, z.B. dass die Kamera nicht durch Glas messen kann. In einer kurzen Expedition nach draußen dürfen sie auch mit einem Lasergesteuerten Temperaturmessgerät die Temperatur von verschiedenen Gegenständen messen. Außerdem wird auch die extrem hohe Temperatur einer Zigarette (Außerhalb des Messbereichs des Sensors) verdeutlicht.

Standorte


- Berlin-Adlershof
- Göttingen
- Hamburg/Harburg
- Lampoldshausen/Stuttgart
- Köln-Porz
- Oberpfaffenhofen

Siehe auch


- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
- ASURO

Weblinks


- [http://www.dlr.de/schoollab Homepage des DLR_School_Lab]
- [http://www.dlr.de/ Homepage des DLR]

Berlin-Adlershof

Adlershof ist ein Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des ehemaligen Stadtbezirks Treptow. Treptow]] Adlershof steht im Sprachgebrauch oft synonym für den WISTA-Standort, einer in der Entwicklung befindlichen neuen Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien im Bereich der traditionellen Betriebsgelände auf der südwestlichen Seite. Die alten Wohnviertel und Siedlungen liegen auf der nordöstlichen Seite, zukünftig sollen neue Wohnviertel auf dem nordwestlich angrenzenden ehemaligen Flugplatz Johannisthal entstehen und den WISTA-Standort zur Wissenschaftsstadt komplettieren.

Geschichte

Flugplatz Johannisthal Im Zuge der „Peuplierung“ Preußens, mit der Friedrich II. neue Bewohner nach Preußen holte, wurden 1753 Berlin-Johannisthal, 1754 Adlershof und Berlin-Altglienicke gegründet. Der Name der Büdnerkolonie am ursprünglich "Sueszen (Grundt)" geheißenen Flecken leitet sich vom Zinsgut "Adlershoff" ab. - Dessen Gründungsdatum am 14. April 1754 gilt heute als Gründungsjahr der Gemeinde Adlershof. Lange Zeit blieben die drei Dörfer Erholungsgebiete vor den Toren Berlins. Der Bau der Berlin-Görlitzer Eisenbahn 1866/67 führte zu einem Aufschwung, in dem insbesondere Adlershof zum Industriestandort heranwuchs. 1879 wurde das Landgut aufgelöst, und Adlershof zur Gemeinde. Die Einwohnerzahl wuchs rasch, von 344 im Jahre 1880 auf 8.006 im Jahre 1900. Der Teltowkanal wurde 1906 errichtet, und markiert heute das Südende der Gemeinde. Mit der zunehmenden Industrialisierung verlor der Ort natürlich seinen Charakter als Erholungsort. 1909 eröffnete dann der erste deutsche Motorflugplatz in Johannisthal-Adlershof, der schnell international bekannt wurde. Um den Flugplatz Johannisthal bildete sich ein Zentrum mit Unterkünften, Produktionshallen, Fliegerschulen, und vielen namhaften Konstrukteuren und bekannten Fliegern. 1912 wurde die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), der Vorgänger des heutigen DLR, in Adlershof gegründet. In Berlin-Adlershof befand sich auch die zentrale Polizeifunkstelle des deutschen Reiches mit zwei 120 Meter hohen selbststrahlenden Sendemasten. Nach 1945 wird in Adlershof die Akademie der Wissenschaften der DDR angesiedelt, die insbesondere viele Institute der angewandten Forschung beherbergte. Am 21. Dezember 1952 ging dann in den neuen Studios in Berlin-Adlershof erstmals der Deutsche Fernsehfunk (DFF) auf Sendung. Ebenfalls in die Zeit der DDR fällt das Wachregiment "Feliks Dzierzynski", das hier mit zeitweise 12.000 Mann stationiert war, und den ehemaligen Flugplatz als Schießplatz nutzte. Auch das Akademie- und das Fernsehgelände waren in dieser Zeit eingezäunt, so dass diese Gelände faktisch losgelöst von den Wohngebieten auf der nordöstlichen Seite des Bahndamms existierten. In Berlin-Adlershof wurde auch ein Radioteleskop mit 36 Meter Durchmesser errichtet und einige Forschungsinstitute angesiedelt. Das Radioteleskop dürfte heute demontiert sein. Mit dem Untergang der DDR wurden die Betriebe fast vollständig abgewickelt, und die Betriebsgelände waren plötzlich weithin ungenutzt. So entstand der Plan, die bestehenden Einrichtungen und verbliebenen Institute zu nehmen, und in eine neue "integrierte Landschaft aus Wissenschaft und Wirtschaft" einzubinden. Ein markantes Symbol dieser neuen Landschaft ist heute das BESSY-II Elektronensynchrotron, errichtet 19931997. Die Entwicklungspläne sehen vor, die neue "Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien" weiter auszubauen. Der direkte Autobahnanschluss (A113) wird bis Ende 2005 (Richtung Berliner Innenstadt) bzw. 2007 (Richtung Schönefeld) fertiggestellt, bis 2015 eine lockere Wohnbebauung angefügt, und die damit nochmals stark wachsende Gemeinde soll auch mit einem neuen überregionalen Bahnhofskomplex versehen werden. Mit Stand Ende 2002 lebten in Adlershof 14.432 Einwohner, etwa 8000 neue Einwohner werden erwartet.

Einwohnerentwicklung

Lage und Bebauung

Schönefeld Der Ortbereich Adlershof ist relativ scharf abgegrenzt von umliegenden Ortsteilen, es gibt nur sieben Zufahrten. Der Ortsteil wird geteilt durch einen breiten hochliegenden Bahndamm, der mehrere Eisenbahnen und die S-Bahn führt (Trasse nach Schönefeld; S-Bahnlinien S8, S9, S45, S46, S85). Es existieren nur zwei Brücken unter diesem Bahndamm, sodass der Ort scharf geteilt wird, noch verschärft durch die sechsspurige Fernstraße Adlergestell direkt neben dem Bahndamm. Die beiden Ortsbereiche müssen jeweils getrennt betrachtet werden, und haben sich in der Bebauung völlig unabhängig voneinander entwickelt. Schönefeld Der südwestliche Bereich wird durch die WISTA Entwicklungsgesellschaft verwaltet. Zu DDR-Zeiten befanden sich dort nur große eingezäunte Betriebsgelände, auf denen sich eigenständige Straßenetze befanden. Dazwischen fanden sich nur die Rudower Chaussee und die Agastraße als öffentlich befahrbare Wege, diese sind auch jetzt die großen Straßen in diesem Gebiet. Das Ernst-Ruska-Ufer (so heißt die Uferstraße am Teltowkanal) ist ein Neubau, dort befanden sich ursprünglich Bahngleise am Ufer. Die Bahngleise waren über den heute noch existierenden Kohlebahnhof am Glienicker Weg verbunden mit der Bahnstrecke, die nach Norden in einen Rangierbahnhof mündet. Das ehemalige Akademiegelände ist heute schon weitgehend ausgebaut. Am Südende findet sich das BESSY-Elektronensynchrotron, weitere alte Gebäude sind erneuert, oder abgerissen und neugebaut. Der Bereich nördlich der Rudower Chaussee befindet sich in der Entwicklung. In einem breiten Streifen sind dort schon Neubauten der Universität zu finden. Der ehemalige Flugplatz soll zum großen Teil Erholungsgebiet werden. Außerdem sollen neue Wohngebiete entstehen, angebunden an die Wohngebiete in Johannisthal. Die Wohngebiete im nordöstlichen Bereich werden durch die Dörpfeldstraße geteilt. In deren Mitte befindet sich der vergleichsweise kleine Marktplatz. Durch ungesteuerte Entwicklung hat dieser den ursprünglichen Piazza-Charakter verloren, und ist heute kein natürlicher Treffpunkt mehr. Da Adlershof auf Feuchtwiesen errichtet wurde, herrschte sehr lange Zeit eine Traufhöhe von 12 Metern (in vielen anderen alten Stadtteilen Berlins 22 Meter), sodass die Bebauung geprägt ist von zwei- bis vierstöckigen Gebäuden. Erst in jüngerer Zeit wurden Gebäude um ein bis zwei Stockwerke erhöht. Die einzigen alten, hohen Gebäude sind die beiden Kirchen südöstlich des Marktplatzes. Der Friedhof findet sich südlich der Cöllnischen Heide, einem Waldstück zwischen Adlershof und Oberspree. Dies ist das eigentliche Naherholungsgebiet des Ortes. Der neue Landschaftspark auf der Westseite wird weniger genutzt. Beliebt sind dort die Skaterbahnen und die für Rollerblades geeigneten, gepflasterten, langen Wege.

Sehenswürdigkeiten


- Alte Schule
- Marktplatz mit Löwenbrunnen
- Anna-Seghers-Oberschule
- Verklärungskirche

Weblinks


- [http://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/derbezirk/adlershof.html BA Treptow-Köpenick]
- [http://www.adlershof.de/ Berlin Adlershof – Website der Entwicklungsgesellschaft]
- [http://www.inadlershof.de/ Berlin Adlershof – Website der Interessengemeinschaft Dörpfeldstrasse e. V.]
- [http://www.adlershoferbuergerverein.de/ Berlin Adlershof – Website des Adlershofer Bürgervereins - Cöllnische Heide e.V.]
- [http://www.mpifr-bonn.mpg.de/public/holger/2/astrod.html Radioteleskop Berlin-Adlershof] Adlershof, Berlin

Braunschweig

Braunschweig (niedersächsisch Brunswiek) ist eine Großstadt in Norddeutschland im Osten des Bundeslandes Niedersachsen. Sie ist mit ca. 240.000 Einwohnern nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und eines der Oberzentren des Landes. Braunschweig war bis 1918 Residenzstadt des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, nach Abdankung des Herzogs Landeshauptstadt des Freistaats Braunschweig bis 1946. Bis zur Auflösung des Landkreises Braunschweig im Jahr 1974 war Braunschweig Kreisstadt sowie bis zum 31. Dezember 2004 Sitz der Bezirksregierung des gleichnamigen Regierungsbezirks (Auflösung der Bezirksregierungen in Niedersachsen). Die Stadt ist Sitz des Oberlandesgerichts Braunschweig. Nächstgelegene größere Städte sind Wolfsburg, etwa 26 km nordöstlich, Hannover, etwa 56 km westlich und Magdeburg, etwa 80 km östlich von Braunschweig. Die Einwohnerzahl der Stadt Braunschweig überschritt 1890 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Die Stadt Braunschweig ist Teil der geplanten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.

Geografie

Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen] Braunschweig liegt im Alluvialtal auf zum Teil brüchigen, ehemals sumpfigen Böden zu beiden Seiten des Flusses Oker, welcher im östlichen und westlichen Umflutgraben den Stadtkern umfließt. Die Oker entspringt im Harz und mündet zwischen Gifhorn und Celle in die Aller.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Braunschweig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Lehre (Landkreis Helmstedt), Cremlingen, Sickte (Samtgemeinde Sickte) und Wolfenbüttel (alle Landkreis Wolfenbüttel), Salzgitter (Kreisfreie Stadt), Vechelde und Wendeburg (Landkreis Peine) sowie Schwülper, Vordorf und Meine (alle Samtgemeinde Papenteich, Landkreis Gifhorn)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet Braunschweigs ist in 20 Stadtbezirke im Sinne von § 55 der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) eingeteilt. In jedem Stadtbezirk gibt es einen von der Bevölkerung gewählten Stadtbezirksrat mit einem Bezirksbürgermeister als Vorsitzenden. Die Stadtbezirksräte haben je nach Einwohnerzahl des Stadtbezirks zwischen 7 und 19 Mitglieder. Sie sind zu allen wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Die Stadtbezirke wurden am 1. November 1981 eingerichtet. Damals waren es noch 22 Stadtbezirke, seit 2001 gibt es jedoch nur noch 20 Stadtbezirke, nachdem sich einige Stadtbezirke auf freiwilliger Basis zusammen geschlossen haben. Die 20 Stadtbezirke mit ihren amtlichen Nummern:
- Stadtbezirk 111: Wabe-Schunter
- Stadtbezirk 112: Bienrode-Waggum-Bevenrode
- Stadtbezirk 113: Hondelage
- Stadtbezirk 114: Volkmarode-Schapen
- Stadtbezirk 120: Östliches Ringgebiet
- Stadtbezirk 212: Heidberg-Melverode
- Stadtbezirk 213: Südstadt-Rautheim-Mascherode
- Stadtbezirk 214: Stöckheim-Leiferde
- Stadtbezirk 221: Innenstadt
- Stadtbezirk 222: Viewegs Garten-Bebelhof
- Stadtbezirk 311: Weststadt
- Stadtbezirk 312: Timmerlah-Geitelde-Stiddien
- Stadtbezirk 313: Broitzem
- Stadtbezirk 314: Rüningen
- Stadtbezirk 320: Westliches Ringgebiet
- Stadtbezirk 412: Lehndorf-Watenbüttel
- Stadtbezirk 413: Veltenhof-Rühme
- Stadtbezirk 414: Wenden-Thune-Harxbüttel
- Stadtbezirk 421: Nordstadt
- Stadtbezirk 422: Schunteraue Für statistische Zwecke ist das Stadtgebiet Braunschweig in insgesamt 74 Statistische Bezirke eingeteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Diese tragen meist historische Namen. 01 Stadtkern, 02 Hagen, 03 Altewiek, 04 Hohetor, 05 Neustadt, 06 Altes Hochschulviertel, 07 Am Hagenring, 08 Prinzenpark, 09 Viewegs Garten, 10 Bürgerpark, 11 Wilhelmitor-Süd, 12 Wilhelmitor-Nord, 13 Petritor-Ost, 14 Petritor-West, 15 Petritor-Nord, 16 Nordbahnhof, 17 Neues Hochschulviertel, 18 Gliesmarode, 19 Riddagshausen, 20 Hauptfriedhof, 21 Hauptbahnhof, 22 Bebelhof, 23 Zuckerberg, 24 Am Südsee, 25 Gartenstadt, 26 Hermannshöhe, 27 Rothenburg, 28 Weinberg, 29 Alt-Lehndorf, 30 Siedlung Lehndorf, 31 Ölper Holz, 32 Kanzlerfeld, 33 Bundesanstalten, 34 Völkenrode, 35 Watenbüttel, 36 Ölper, 37 Schwarzer Berg, 38 Veltenhof, 39 Hafen, 40 Rühme-West, 41 Rühme-Ost, 42 Vorwerksiedlung, 43 Siegfriedviertel, 44 Schuntersiedlung, 45 Kralenriede, 46 Bienrode, 47 Querumer Forst, 48 Querum, 49 Pappelberg, 50 Naturschutzgebiet, 51 Mastbruch, 52 Lindenberg, 53 Südstadt, 54 Heidberg, 55 Melverode, 56 Broitzem, 57 Geitelde, 58 Stiddien, 59 Timmerlah, 60 Lamme, 61 Wenden, 62 Harxbüttel, 63 Thune, 64 Waggum, 65 Bevenrode, 66 Hondelage, 67 Dibbesdorf, 68 Volkmarode, 69 Schapen, 70 Rautheim, 71 Mascherode, 72 Stöckheim, 73 Leiferde, 74 Rüningen

Geschichte

Braunschweig wurde der Legende nach vom sächsischen Grafen Bruno II. († 1017) gegründet. Der Stadtname, ursprünglich Brunswik, setzt sich zusammen aus dem Eigennamen Bruno und der Bezeichnung für einen Rast-, Lager- und Umschlagplatz der Kaufleute, wik. Der Ort war dafür ideal geeignet, da er an einer Oker-Furt lag. Schriftlich erwähnt wird der Name Braunschweigs zum ersten Mal als Brunesguik in der Weiheurkunde der St. Magni-Kirche aus dem Jahre 1031. Nach anderer Herleitung ist der erste Teil des Namens jedoch in der Bedeutung von Brand zu sehen, Brunswik wäre demnach ein Platz, der durch Brandrodung entstanden ist. Furt

Braunschweig unter Heinrich dem Löwen

Braunschweig wuchs unter Herzog Heinrich dem Löwen (
-  1129/30, † 6. August 1195, u. a. der Gründer von München, 1158 und Lübeck (1159), zu einer mächtigen Stadt mit mehreren Stadtteilen (sog. Weichbilde wie z. B.: dem von Heinrich gegründeten Hagen, darüber hinaus „Altstadt“, „Neustadt“, „Altewiek“ und „Sack“). Zusätzlich gab es zwei Sonderbezirke, die Klosterfreiheit St. Ägidien und den Burgbereich. Jeder dieser Stadtteile hatte sein eigenes Recht und somit sein eigenes Rathaus und Gotteshaus. Burgbereich] Heinrich baute Braunschweig zu seiner Residenz aus. Er erweiterte die brunonische Burg Dankwarderode, ließ die alte Kirche von 1030 niederbrennen und 1173 einen Dom an ihrer Stelle errichten, der kurz vor Heinrichs Tod weitgehend fertiggestellt und mit dem Weihfest am 29. Dezember 1226 abgeschlossen war. Er ist St. Blasius, Johannes dem Täufer und Thomas Becket geweiht. Heute dient der Braunschweiger Dom als evangelisch-lutherische Kirche. Heinrich der Löwe erlangte so viel Macht, dass er den Löwen zu seinem Wappentier wählte und um 1166 einen Bronzelöwen gießen ließ, den er auf dem Burgplatz aufstellte (das Original befindet sich heute in der Burg) - die erste freistehende Bronzeskulptur nördlich der Alpen. Es ist das Wahrzeichen und Wappentier der Stadt. Braunschweig war durch seine Lage an der bis hier schiffbaren Oker eine wichtige Handelsstadt und vom 13. Jahrhundert an Mitglied der Hanse.

Herzogtum Braunschweig-Lüneburg

Auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg geht auf Heinrich den Löwen zurück und war Teil des Landes der Welfen. In der Folge zerfiel das Herzogtum durch Erbteilung in verschiedene Teilstaaten. Im 14. Jahrhundert bildete sich das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel heraus. Die Stadt Braunschweig gewann etwa 1430 die städtische Unabhängigkeit und die welfischen Landesherren verlegten ihre Residenz ins nahe Wolfenbüttel. Braunschweig gilt neben Gent und Paris als eine der unruhigsten Städte des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Immer wieder wurden Verfassungskonflikte durch revolutionäre Bürgerunruhen ausgetragen, die in Braunschweig "Schichten" genannt wurden. 1671 kam die Stadt wieder unter fürstliche Herrschaft und 1753 verlegte die Herzöge ihre Residenz nach Braunschweig zurück. In diesem Zeitraum entstand das Braunschweiger Residenzschloss. Im Barock war Braunschweig unter anderem geprägt durch Herzog Anton Ulrich, der in Salzdahlum nahe Wolfenbüttel eine barocke Residenz mit einem herausragenden Garten schuf. Das Herzog Anton Ulrich-Museum mit seinen bedeutenden Werken geht auf ihn zurück. 1806 wurde Karl Wilhelm Ferdinand, Herzog von Braunschweig, als preußischer Generalfeldmarschall in der Schlacht bei Jena und Auerstedt tödlich verwundet. Als Folge des sich daran anschließenden Friedens von Tilsit wurde Braunschweig von den Franzosen besetzt und war vom Juli 1807 bis Oktober 1813 mit dem Département Oker Teil des neu gegründeten napoleonischen Königreiches Westfalen.

Herzogtum Braunschweig

Nach dem Wiener Kongress wurde es 1814 als Herzogtum Braunschweig wieder gegründet. Hier gehörte Braunschweig zunächst zur Kreisdirektion Wolfenbüttel, doch wurde sie 1825 eine landesunmittelbare Stadt und 1833 Sitz einer eigenen Kreisdirektion, aus dem später der Landkreis Braunschweig hervorging. 1850 wurde sie erneut landesunmittelbar. 1850 Im Deutschen Krieg von 1866 kämpften die Braunschweiger auf der Seite Preußens. Das Herzogtum trat 1871 freiwillig dem Deutschen Reich bei. Nachdem 1884 Wilhelm, der letzte braunschweiger Welfenherzog, kinderlos verstarb, wurde Braunschweig durch das Königreich Preußen verwaltet. Erst mit der Hochzeit zwischen Viktoria Luise (Tochter Kaiser Wilhelm II.) und Prinz Ernst August von Braunschweig-Lüneburg am 24. Mai 1913 kam es zur Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern und ein Welfe wurde erneut Herrscher über Braunschweig. Ab 1870 gehörte die Stadt zur Kreisdirektion Braunschweig. Im November 1918 kam es in Braunschweig zwei Tage früher als in Berlin zur Revolution, der Herzog musste abdanken. 1924 bzw. 1933 wurde Braunschweig endgültig autonom, d.h. die Stadt erhielt einen Status, den man anderenorts als kreisfreie Stadt bezeichnet, blieb aber weiterhin Sitz des Landkreises Braunschweig.

Braunschweig zur Zeit des Nationalsozialismus

Die Stadt Braunschweig trägt seit Jahrzehnten vollkommen zu Unrecht das Stigma, dafür verantwortlich zu sein, dass der ehemals österreichische Staatsangehörige und seit 1925 auf eigenes Betreiben staatenlose Adolf Hitler durch diverse politische Schachzüge eine Anstellung als Regierungsrat beim Braunschweiger Landeskultur- und Vermessungsamt (mit Datum vom 25. Februar 1932) - mit Dienstpflicht als Sachbearbeiter bei der Braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin – zugeschanzt bekam. Verantwortlich dafür war nicht die Stadt, sondern ein direkter Auftrag der NSDAP-Parteiführung an das NSDAP-Mitglied und Minister für Inneres und Volksbildung des Freistaates Braunschweig Dietrich Klagges. Goebbels notierte diesbezüglich am 4. Februar 1932 in seinem Tagebuch: „Es ist beabsichtigt, den Führer in Braunschweig zum außerordentlichen Professor zu ernennen.“ Zunächst versuchte Klagges, Hitler eine außerordentliche Professur für den konstruierten Lehrstuhl „Politik und organische Gesellschaftslehre“ an der Technische Hochschule Braunschweig zuzuschanzen. Dieser dilettantische Versuch scheiterte jedoch kläglich, denn ihm stellte sich sofort eine große Opposition u. a. aus der Hochschulleitung entgegen (man wollte an der renommierten Braunschweiger Universität keinen arbeitslosen Postkartenmaler ohne Schulabschluss). Der Plan wurde alsbald fallen gelassen. Es folgte ein zweiter Versuch, dessen Ideegeber der DVP-Abgeordnete Dr. Wessels war. Dieser schlug vor, Hitler eine Stelle in der braunschweigischen Gesandtschaft beim Reichsrat in Berlin zu besorgen. Dieser zweite Anlauf glückte schließlich: Am 26. Februar 1932 erfolgte Hitlers Vereidigung, womit er gleichzeitig die deutsche Staatsangehörigkeit erhielt und schließlich die Möglichkeit, bei der Reichspräsidentenwahl zu kandidieren. Offensichtlich erschöpfte sich damit aber auch schon seine Tätigkeit für die Gesandtschaft des Landes Braunschweig in Berlin. Von einer weiteren Ausübung seiner Dienstpflichten gegenüber dem Land Braunschweig ist nichts überliefert. Im Übrigen stimmte der Landtag des Freistaates Braunschweig am 1. März 1932 der vom Staatsministerium für Inneres beantragten Regierungsratstelle zu und schloss damit die Einbürgerung Hitlers ab. Nur sieben Monate später, im Oktober 1932, beantragte Hitler unbefristeten Urlaub, da „die fortlaufenden politischen Kämpfe“ ihm „in der nächsten Zeit die Erfüllung [seines] Dienstauftrages“ nicht ermöglichten. Am 16. Februar 1933 ersuchte der nunmehr amtierende Reichskanzler Adolf Hitler in einem kurzen Schreiben um Entlassung aus dem braunschweigischen Staatsdienst - welche ihm umgehend „mit sofortiger Wirkung“ gewährt wurde. Einige Historiker zweifeln inzwischen an, ob Hitler tatsächlich jemals die deutsche Staatsbürgerschaft offiziell erwarb - rückblickend betrachtet eher eine akademische und müßige Frage. Ironie der Geschichte: Hitler hätte am 30. Januar 1933 auch ohne die deutsche Staatsangehörigkeit, die er auf so schmähliche Weise vom Freistaat Braunschweig 1932 zugeschanzt bekommen hatte, Reichskanzler werden können. Hitlers „Gastspiel“ in Braunschweig war nur von kurzer Dauer. Schon vor 1932 war er nur selten in der Stadt, danach nur noch ein einziges Mal: am 17. Juli 1935 nahm er die Umbauarbeiten im Braunschweiger Dom in Augenschein und besuchte die Gemeinschaftssiedlung Lehndorf. Traurig und beschämend für Braunschweig: Dieser Makel wird wohl noch lange auf der Stadt liegen, da immer noch viel zu wenige Menschen (selbst in Braunschweig) von den tatsächlichen Geschehnissen wissen. Im Braunschweig zur Zeit des Nationalsozialismus spielt das Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon" von Sally Perel, welches auch verfilmt wurde. Perel hatte als jüdisches Kind den Krieg in einer Schule für Hitlerjungen in Braunschweig überlebt, nachdem er sich in Osteuropa gegenüber den Besatzern als nichtjüdisches deutsches Waisenkind ausgegeben hatte, um dem Holocaust zu entgehen.

Zerstörung des alten Braunschweig

Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem Braunschweigs mittelalterlich geprägte Innenstadt durch Luftangriffe sehr stark zerstört und somit das Antlitz der über tausendjährigen Großstadt nachhaltig und bis in die Gegenwart reichend entstellt. Mehr als 40 schwere und schwerste Angriffe britischer und amerikanischer Bomberverbände galten vorwiegend Rüstungsbetrieben (Flugzeuge, Panzer, optische Präzisionsinstrumente) und der Versuchsanstalt für Luftfahrt im Westen der Stadt, verheerten aber ab 1943 auch immer stärker das gesamte Stadtgebiet.

Bombenangriff am 15.Oktober 1944

Beim schlimmsten Angriff in der Nacht vom 14. Oktober auf den Sonntag, den 15. Oktober 1944 wurden fast die gesamte Innenstadt (ca. 90%) sowie sämtliche Kirchen zerstört. Hunderte von Fachwerkhäusern gingen im 2½ Tage wütenden Feuersturm unter, weil das British Bomber Command für dieses Flächenbombardement eine Mischung aus ca. 200.000 Phosphor-, Brand- und Sprengbomben verwendete, um möglichst großflächige Schäden durch schwer zu bekämpfende Brände zu verursachen. Durch eine Ironie des Schicksals blieb der Braunschweiger Dom, den die Nazis zur Nationalen Weihestätte umfunktioniert hatten, von den Bomben verschont. In dieser Nacht starben in Braunschweig zwischen 484 und 640 Menschen. Ungefähr 23.000 Personen, die sich vor dem Bombardement in Bunker der Innenstadt gerettet hatten, saßen dort wegen des sich aus den Bränden schnell entwickelnden Feuersturms gefangen und konnten nur durch die Initiative des Leutnants der Braunschweiger Feuerschutzpolizei Rudolf Prescher (
- 1912 in Dresden; † 1997 in Braunschweig) am frühen Morgen des 15. Oktober durch Bildung von „Wassergassen“ gerettet werden. Insgesamt sind dem Luftkrieg in Braunschweig nach Meldungen des Braunschweiger Standesamts 1.619 Deutsche und 1.286 Ausländer zum Opfer gefallen.

Braunschweig nach dem zweiten Weltkrieg

Ein Stadtplan von 1948 (sog. Trümmerplan) zeigt die Innenstadt in weitgehend verwüstetem Zustand, erschlossen durch zahlreiche kleine Gleise einer "Trümmerbahn", mit welcher nach und nach der Schutt der zerstörten Häuser abtransportiert wurde. Nach Zuordnung des Landes Braunschweig zum späteren Bundesland Niedersachsen 1946 wurde der einem Regierungsbezirk vergleichbare "Verwaltungsbezirk Braunschweig" geschaffen, zu dem u.a. die kreisfreie Stadt und der Landkreis Braunschweig gehörten. Das Wiederaufbaukonzept der Stadt geschah um sog. "Traditionsinseln" herum, die, etwa beim Altstadtmarkt, ein weitgehend historisches Bild der Stadt bewahren. 1960 kam es zum Höhepunkt des Wiederaufbaus und der Umgestaltung Braunschweigs, als die Ruine des Braunschweiger Residenzschlosses entgegen dem Willen der protestierenden Bevölkerung abgerissen wurde. Im Rahmen der Kreisreform in Niedersachsen 1977 wurde der Landkreis Braunschweig aufgelöst und sein Gebiet auf die umliegenden Landkreise aufgeteilt. Die Stadt selbst blieb aber kreisfrei. 1978 entstand schließlich aus dem Verwaltungsbezirk Braunschweig der neue Regierungsbezirk Braunschweig mit neuem Zuschnitt. Die Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen wurden zum 1. Januar 2005 aufgelöst.

Eingemeindungen


- 1931: Veltenhof
- 1934: Gliesmarode, Lehndorf, Melverode, Oelper, Querum, Riddagshausen und Rühme
- 1. März 1974 insgesamt 22 Gemeinden, und zwar
  - vom Landkreis Braunschweig die Gemeinden Bevenrode, Bienrode, Broitzem, Dibbesdorf, Hondelage, Lamme, Mascherode, Rautheim, Rüningen, Schapen, (Klein-)Stöckheim, Thune, Timmerlah, Völkenrode, Volkmarode, Waggum, Watenbüttel und Wenden ¹
  - vom Landkreis Gifhorn die Gemeinde Harxbüttel
  - vom Landkreis Wolfenbüttel die Gemeinden Geitelde, Leiferde und Stiddien ¹ die restlichen Gemeinden des Landkreises Braunschweig wurden den Nachbarlandkreisen eingegliedert

Einwohnerentwicklung

Landkreis Wolfenbüttel ¹ Volkszählungsergebnis Hinweis: Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.

Religionen

Die Stadt Braunschweig gehörte anfangs zum Gebiet der Bistümer Hildesheim und Halberstadt. Die Grenze beider Bistümer bildete die Oker. Das hildesheimische Gebiet gehörte zum Archidiakonat Stöckheim, das halberstädtische zum Archidiakonat Atzum. 1391 wurde von beiden Bischöfen in Braunschweig ein Offizialat eingerichtet, das die kirchlichen Angelegenheiten der Stadt im Auftrag beider Bistümer erledigte. Ab 1522 fand die reformatorische Bewegung Einzug und ab 1525 wurde die erste evangelische Predigt in Braunschweig gehalten. Bis 1528 wurde die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch Luthers Mitstreiter Dr. Johann Bugenhagen eingeführt. Die Stadt bekam eine über die Stadtgrenzen hinaus berühmte Kirchenordnung und war fortan über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Sie regelte ihre kirchlichen Angelegenheiten relativ autonom. Erst 1671 wurde die Kirchenverwaltung in die Braunschweigische Evangelisch-Lutherische Landeskirche des Herzogtums Braunschweig eingegliedert. Hier wurde die Stadt alsbald Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diese Verwaltungsebene als Propstei. Alle protestantischen Kirchengemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, gehören heute zur Propstei Braunschweig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Im 18. Jahrhundert gründeten sich in Braunschweig auch eine deutsch-reformierte und eine französisch-reformierte Gemeinden, die sich 1811 zu einer reformierten Gemeinde vereinigten. Bis heute ist die Kirchengemeinde selbständig geblieben. Sie wurde 1928 Gründungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierten Kirchen Deutschlands, der bis heute eine kleine Anzahl reformierter Gemeinden umfasst, die nicht Mitglied in einer Landeskirche sind und in Braunschweig seinen Sitz hat. Ebenfalls Anfang des 18. Jahrhunderts wurden auch den Katholiken in Braunschweig wieder gestattet, Gottesdienste abzuhalten, so dass sich alsbald eine katholische Gemeinde gründen konnte. Diese gehörte ab 1824 zum neu festgelegten Bistum Hildesheim, welches bis 1930 zur Kirchenprovinz Köln (Erzbistum Köln), dann zur Kirchenprovinz Paderborn (Erzbistum Paderborn) und seit 1995 zur neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg (Erzbistum Hamburg) gehört. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Braunschweig, dessen Gebiet auch Gemeinden außerhalb der Stadt Braunschweig umfasst. Katholische Hauptkirche in Braunschweig ist das Liebfrauenmünster St. Aegidien, die Kirche eines ehemaligen Benediktinerklosters. Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirche, die Evangelische Freikirche Querum, das Christuszentrum Braunschweig e. V., die Ecclesia-Gemeinde Braunschweig e. V. und die Gemeinschaft Christi. Darüber hinaus sind auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Sendungskirche, Die Christengemeinschaft, die Kirche Christi, Wissenschaftler (Christian Science) und die Jehovas Zeugen in Braunschweig vertreten. Seit dem Mittelalter gab es in Braunschweig ein vielgestaltiges jüdisches Leben. Die 1875 fertiggestellte Synagoge wurde unter der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1938 zerstört. Von 1942 bis 1945 wurden die Braunschweiger Juden in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Heute gibt es wieder eine jüdische Gemeinde mit über 600 Mitgliedern.

Politik

An der Spitze der Stadt Braunschweig stand anfangs der herzogliche Vogt, doch wurde das Amt bereits im 12. Jahrhundert an Bürger verliehen. Einen Rat gab es in den drei so genannten Weichbildern Altstadt, Hagen und Neustadt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die drei Räte schlossen sich seit 1269 zu einem Rat der Gesamtstadt zusammen. Die Zusammensetzung des Rates variierte im Laufe der Geschichte mehrmals, 1386 hatte er 105 Mitglieder, ab 1614 nur noch 56. Die laufende Verwaltung oblag einem Ausschuss des Rates ("Enger Rat"), der ab 1386 25, ab 1614 15 Mitglieder hatte. Ab 1671 gab es nur noch einen aus 16 Senatoren bestehenden Rat, der vom Herzog zu bestätigen war. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor. Während der französisch-westfälischen Zeit 1808 bis 1813 galt die "Maireverfassung", mit einem Maire an der Spitze der Stadt. Danach wurde die alte Verfassung mit dem Rat, der sich nunmehr "Stadtgericht" nannte, wieder eingeführt. Nach Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahre 1825 führte der Rat die Bezeichnung Magistrat. Bereits ab 1813 trug das Stadtoberhaupt den Titel "Stadtdirektor", seit 1848 gibt es einen "Oberbürgermeister" in Braunschweig. Während des Zeit des Dritten Reiches wurde das Stadtoberhaupt von der NSDAP eingesetzt. 1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 2001 wurde in Braunschweig die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 2001 direkt vom Volk gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird. Oberbürgermeister seit 1807
- 1807 - 1808: Wilhelm August Christian Freiherr von Mahrenholtz, Maire
- 1809 - 1813: Friedrich Ludwig Freiherr von Münchhausen, Maire
- 1813 - 1825: Johann Heinrich Wilmerding, Stadtdirektor
- 1825 - 1848: Wilhelm Julius Ludwig Bode, Stadtdirektor
- 1848 - 1879: Dr. Karl Wilhelm Heinrich Caspari, Oberbürgermeister
- 1879 - 1904: Wilhelm Pockels, Oberbürgermeister
- 1904 - 1925: Hugo Retemeyer, Oberbürgermeister
- 1925 - 1929: Dr. Paul Trautmann, Oberbürgermeister
- 1929 - 1933: Ernst Böhme (SPD), Oberbürgermeister
- 1933 - 1943/45: Dr. Wilhelm Hesse (NSDAP), Oberbürgermeister
- 1943 - 1945: Dr. Hans Joachim Mertens, kommissarischer Oberbürgermeister
- 1945: Dr. Erich Bockler, Oberbürgermeister
- 1945: Hugo Macke, Oberbürgermeister
- 1945 - 1948: Ernst Böhme (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1949 - 1953: Otto Bennemann (SPD), Oberbürgermeister
- 1953 - 1955: Dr. Kurd Semler (CDU), Oberbürgermeister
- 1955 - 1959: Otto Bennemann (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1959 - 1964: Martha Fuchs (SPD), Oberbürgermeisterin
- 1964 - 1972: Bernhard Ließ (SPD), Oberbürgermeister
- 1972 - 1974: Walter Klöditz (SPD), Oberbürgermeister
- 1974 - 1976: Günter Jaenicke (CDU), Oberbürgermeister
- 1976 - 1981: Gerhard Glogowski (SPD), Oberbürgermeister
- 1981 - 1986: Hartmut Scupin (CDU), Oberbürgermeister
- 1986 - 1990: Gerhard Glogowski (SPD), Oberbürgermeister (2. Amtszeit)
- 1990 - 2001: Werner Steffens (SPD), Oberbürgermeister
- 2001 - heute: Dr. Gert Hoffmann (CDU), Oberbürgermeister Oberstadtdirektoren 1946 - 2001
- 1946 - 1960: Erich Walter Lotz
- 1960 - 1980: Hans Günther Weber
- 1980 - 1989: Dr. Joachim Körner
- 1989 - 2001: Dr. Jürgen Bräcklein

Wappen

Das Wappen der Stadt Braunschweig zeigt in Silber einen schwarz bewehrten, rot gezungten roten Löwen. Der Löwe ist das Symbol Heinrichs des Löwen, der die Stadt Braunschweig zu einem bedeutenden Gemeinwesen ausbaute. Es ist schon seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar. Die heutige offizielle Festlegung erfolgte erst 1953 in der Hauptsatzung der Stadt.

Städtepartnerschaften

Braunschweig unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft bzw. -freundschaft:
- 25pxBandung, Indonesien, seit 1960
- 25pxNîmes, Frankreich, seit 1962
- 25pxBath, Vereinigtes Königreich, seit 1971
- 25pxSousse, Tunesien, seit 1980
- 25pxKiryat Tivon, Israel, seit 1985/86
- 25pxKasan, Russland, seit 1988 (Städtefreundschaft)
- 25pxOmaha, Nebraska, USA, seit 1992 (Städtefreundschaft)
- 25pxMagdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, seit 1987

Wirtschaft und Infrastruktur

Stadt und Region Braunschweig haben in ihrer Geschichte mehrere industrielle Strukturwandel erlebt. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war Braunschweig ein Zentrum der Konservenindustrie mit vielen verarbeitenden Betrieben sowie einer spezialisierten Maschinenbau-Industrie.
Mit dem Niedergang der Konservenindustrie und der Abwanderung der Industrie in andere Länder verschob sich der Schwerpunkt in Richtung auf die Automobilindustrie. Automobilindustrie Braunschweig war Sitz der Büssing Automobilwerke, die 1972 in der Firma MAN aufgegangen sind. Die Fahrzeuge der MAN tragen noch heute das Firmenemblem der Firma Büssing, einen stilisierten Braunschweiger Löwen, auf dem Kühlergrill. Die Fahrzeuge mit dem stilisierten Braunschweiger Löwen werden heute in Salzgitter hergestellt, 20 km südlich von Braunschweig. 1904 wurde auf der Strecke von Wendeburg nach Braunschweig die weltweit erste und noch heute bestehende Omnibuslinie eröffnet. Heinrich Büssing aus Nordsteimke betrieb sie mit seiner "Automobil-Omnibus-Betriebs-Gesellschaft Braunschweig" . Auf der Strecke setzte er zum Praxistest Fahrzeuge ein, die er in seinem Werk bauen ließ. Die Automobilindustrie ist durch ein Herstellungswerk der Volkswagen AG und die Nähe der Stadt Wolfsburg sowie zahlreiche Zulieferfirmen für die Volkswagen AG und die MAN nach wie vor prägend für Braunschweig, da ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze und auch der Steuereinnahmen direkt und indirekt an dieser Branche ausgerichtet sind. Maschinenbau Ein interessantes Experiment ist die "Kooperationsinitiative im Maschinenbau", ein Zusammenschluss mittelständischer Maschinenbau-Unternehmen aus der Region Braunschweig, die gemeinsam einkaufen, die Qualifikation der Mitarbeiter erhöhen und auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten. Musikinstrumente Braunschweig ist eines der Zentren der deutschen Musikinstrumentenindustrie. Hier haben unter anderem die Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH als der größte deutsche Hersteller von Klavieren und Flügeln und mit der Grotrian-Steinweg GmbH ein weiterer namhafter Hersteller ihren Sitz. Zuckerindustrie Traditionell ist Braunschweig auch eines der Zentren der deutschen Zuckerindustrie, schon aufgrund des intensiven Anbaus von Zuckerrüben im Braunschweiger Raum seit etwa 1850. Die Technische Universität Braunschweig hat für die Forschung an der Zuckerherstellung und -verarbeitung schon seit Jahrzehnten ein eigenes Institut. Die durch einen Zusammenschluss aus mehreren Zuckerfabriken hervorgegangene Nordzucker AG hat nach der Fusion Braunschweig als Sitz gewählt. Sie ist jetzt der zweitgrößte deutsche Hersteller von Zuckererzeugnissen.

Medien

Braunschweig ist Sitz eines Studios des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Als Tageszeitung erscheint in Braunschweig die Braunschweiger Zeitung und die nicht zum Konzern gehörende unabhängige Wochenzeitung, der Braunschweig Report (seit 1985). In Braunschweig und der näheren Umgebung sendet ein Lokalradio namens "[http://www.okerwelle.de/onhp/ Radio Okerwelle]". Mittelwellensender des Deutschlandfunks In Cremlingen betreibt die Deutsche Telekom AG einen Mittelwellensender im Auftrag des Deutschlandfunks. Dieser Sender wird oft, obwohl er sich nicht im Stadtgebiet von Braunschweig befindet, als "Sender Braunschweig" bezeichnet.

Verkehr

Siehe: Verkehr in Braunschweig

Öffentliche Einrichtungen

Verkehr in Braunschweig Braunschweig ist Sitz folgender Einrichtungen und Institutionen bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
- Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft
- Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, ein Institut der Helmholtz-Gemeinschaft (GBF)
- Handwerkskammer Braunschweig - Kammerbezirk: Kreisfreie Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie Landkreise Helmstedt, Goslar, Peine und Wolfenbüttel
- Luftfahrt-Bundesamt (LBA)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt mit der berühmten Atomuhr (PTB)

Bildungs- und Forschungseinrichtungen

Atomuhr
- Amtliche Materialprüfungsanstalt für das Bauwesen (MPA)
- Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
- Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)
- Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ)
- Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der DLR-Standort Braunschweig ging aus der 1936 gegründeten Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt hervor. Hauptarbeitsgebiete sind Flugmechanik, Flugführung und Flugsicherung, Aerodynamik und die Entwicklung leistungsfähiger Werkzeuge für Berechnungen, sowie Struktursysteme (Adaptronik und extremer Leichtbau). Der Standort arbeitet eng mit dem benachbarten Luftfahrtbundesamt, der Technischen Universität und anderen ansässigen Forschungseinrichtungen zusammen.
- Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel; Die Fachhochschule wurde 1971 durch Zusammenschluss der Staatlichen Ingenieurschule Wolfenbüttel mit der Höheren Fachschule für Sozialarbeit des Landes Niedersachsen gegründet. In den folgenden Jahren kamen weitere Fachbereiche hinzu.
- Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)
- Die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) ist ein Zentrum für Infektionsforschung und gehört der Helmholtz-Gemeinschaft an, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf Erregern, die medizinisch relevant sind oder als Modell für die Untersuchung von Infektionsmechanismen genutzt werden. Träger der GBF sind die Bundesrepublik Deutschland und das Land Niedersachsen (90:10). Die GBF beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und verfügt über einen Jahresetat von rund 47 Millionen Euro.
- Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK); Die Hochschule wurde 1963 aus einer früheren Werkkunstschule gegründet. 1972 wurde sie eine wissenschaftliche Hochschule und seit 1978 hat sie den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule. Sie ist die einzige Kunsthochschule Niedersachsens.
- Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST), Fraunhofer-Institut
- Institut für angewandte Mikroelektronik (IAM)
- Luftfahrtbundesamt (LBA)
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
- Die Technische Universität Carolo-Wilhelmina wurde 1745 als „Collegium Carolinum“ gegründet. 1862 wurde dieses zur „Herzoglichen Polytechnische Schule“ umgewandelt und 1877 zur „Technischen Hochschule erhoben“. 1968 kamen eine Philosophische und eine Staatswissenschaftliche Fakultät hinzu. Gleichzeitig wurde die TH in „Technische Universität“ umbenannt.
- Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung (WKI)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Fraunhofer Wilhelm-Klauditz-Institut
- Staatstheater Braunschweig (Oper, Operette, Ballett und Schauspiel)
- figurentheater fadenschein
- Komödie am Altstadtmarkt
- LOT Theater
- "Mutabor", 1994 gegründetes Schülertheater
- Niederdeutsches Theater
- Premiere Amateurtheater Braunschweig
- Studio Bühne Braunschweig
- Theater Fanferlüsch
- Theater Zeitraum

Museen

Staatstheater Braunschweig]
- Braunschweigisches Landesmuseum; gegründet 1891
- Eisenbahnmuseum
- Friedrich-Gerstäcker-Museum; gegründet am 01.12.1982, s. auch Friedrich Gerstäcker
- Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße
- Grammophon-Museum „Harmonie“; gegründet 1998
- Haus Salve Hopes, Kunstverein Braunschweig e. V.
- Herzog Anton Ulrich-Museum mit Burg Dankwarderode (Mittelaltersammlung). Es beinhaltet Sammlungen Alter Kunst. Benannt ist es nach dem Sammler Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg; hervorgegangen aus dem 1754 von Herzog Karl I. eröffneten Kunst- und Naturalienkabinett
- Raabe-Haus; Wilhelm Raabes letztes Wohnhaus, als Gedächtnisstätte für ihn 1948 gegründet
- Landtechnik-Museum Braunschweig, Gut Steinhof
- Mineralien-Kabinett, im Institut für Geowissenschaften der TU Braunschweig; gegründet 1978
- Staatliches Naturhistorisches Museum; hervorgegangen aus dem 1754 von Herzog Karl I. eröffneten Kunst- und Naturalienkabinett
- Städtisches Museum; das 1865 eröffnete Museum zeigt die Geschichte der Stadt Braunschweig; zu ihm gehören auch die Formsammlung und die Friedrich-Gerstäcker-Gedächtnisstätte
- Museum für Photographie; gegründet 1984
- Zisterziensermuseum Riddagshausen

Bibliotheken


- Bibliothek des Georg-Eckert-Instituts
- Bibliothek des Herzog Anton Ulrich-Museums
- Bibliothek der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
- Bibliothek des Raabe-Hauses
- Öffentliche Bücherei
- Stadtarchiv Braunschweig
- Stadtbibliothek Braunschweig
- Universitätsbibliothek der Technischen Universität Braunschweig
- Wilhelm-Raabe-Forschungs

Köln-Porz (Stadtbezirk)

Der Bezirk Porz liegt im Südosten der Stadt Köln (rechte Rheinseite); in seinen Grenzen leben fast 107.500 Einwohner auf einer Fläche von 78,87 km². Köln Der Stadtteil Poll (einst ein Fischerdorf) wurde im Jahre 1888 nach Köln eingemeindet; die erst im Jahre 1929 gegründete und im Jahre 1951 mit den Stadtrechten versehene Stadt Porz kam im Jahre 1975 hinzu. Auf dem Gebiet von Porz liegen folgende Stadtteile: Eil, Demo, Elsdorf, Ensen, Gremberghoven, Grengel, Langel, Libur, Lind, Poll, Porz (Porz-Zentrum), Urbach, Wahn, Wahnheide, Westhoven, Zündorf.

Wirtschaft

Köln-Porz ist unter anderem Sitz des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), des TÜV Rheinland und des Europäischen Astronautenzentrums (EAC), die in der Nähe des zivilen und militärischen Teils des Flughafen Köln-Bonn liegen. Des Weiteren ist Köln-Porz ein großer Standort der Deutz AG.

Naherholung

Ungefähr ein Drittel des Stadtgebietes von Porz besteht aus der angrenzenden Wahner Heide und dem Königsforst. Zudem ist das gesamte Rheinufer als Naherholungsgebiet ausgebaut. Zu nennen sind hier besonders die von 1906 bis 1912 erbaute Porzer Rheinpromenade im Stadtteilzentrum und die Groov in Köln-Zündorf von 1974 bis 1978.

Presse

Die lokale Presse wird vom Kölner Anzeigenblatt geprägt, welche den [http://www.wochenspiegel-porz.de Wochenspiegel Porz] und das [http://www.porzer-wochenende.de Porzer Wochenende] herausgibt.

Weblinks


- [http://www.stadt-koeln.de/bezirke/porz/index.html stadt-koeln.de/...] - Offizielle Webseite der Stadt Köln zum Stadtbezirk Porz
- [http://www.porz.de porz.de], [http://www.porz-online.de porz-online.de] - Private Portale von Porzern für Porzer

Simulations- und Softwaretechnik

Die Einrichtung Simulations- und Softwaretechnik (SISTEC) ist eine Forschungseinrichtung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) an den Forschungsstandorten Köln-Porz und Braunschweig. Die Einrichtung Simulations- und Softwaretechnik hat ihre Kompetenz im Bereich Software Engineering. Die Hauptaufgabe von SISTEC ist die Einarbeitung in neue moderne Softwaretechnologien und ihre Einführung in Kooperationsprojekten mit DLR-Instituten und externen Partnern. SISTEC ergänzt damit das eher anwendungsbezogene Expertisespektrum der DLR-Institute um die Aspekte, die in der modernen Softwareentwicklung benötigt werden. Ein Themenschwerpunkt bei SISTEC ist die Integrationstechnologie zur Steuerung komplexer CAE-Anwendungen in verteilten Rechnerumgebungen. Das SISTEC-Produkt TENT erlaubt die Konstruktion und automatische Ausführung kompletter Workflows bestehend aus Simulationsanwendungen, Pre-/Postprocessing und Visualisierung. Die Verwendung der Globus-Toolkit-Software in TENT ermöglicht es, Anwendungen in "Computational Grids" zu starten (Grid Computing). TENT beinhaltet ein fortschrittliches Datenmanagement auf der Grundlage offener Standards und unterstützt kooperatives Arbeiten über Standortgrenzen hinweg. Im Bereich der Software-Qualitätssicherung besitzt SISTEC eine Querschnittsaufgabe im DLR. Diese beinhaltet die Entwicklung spezieller, an die Erfordernisse in der Luft- und Raumfahrttechnik angepasste, Qualitätsmanagementmethoden, sowie die Übernahme konkreter Qualitätssicherungsmaßnahmen in DLR-Softwareprojekten. Einen neuen Themenschwerpunkt bildet hierbei das Thema "Test und Verifikation von sicherheitskritischer Echtzeitsystemsoftware", der außer ihrem Einsatz in Luft- und Raumfahrt auch in der Automobilindustrie wachsende Bedeutung zukommt.

Weblinks


- http://www.dlr.de/sc

Oberpfaffenhofen

Oberpfaffenhofen ist ein Ortsteil der Gemeinde Weßling im Landkreis Starnberg, Regierungsbezirk Oberbayern, Freistaat Bayern.

Daten & Fakten

In dem Ortsteil Oberpfaffenhofen befindet sich ein privater Flugplatz, der 1936 gebaut und bis zum Jahr 2000 von der Firma Dornier-Werke als Werksflughafen betrieben wurde. Angaben zum Flugplatz: Kategorie Sonderflughafen, Betreiber: EDMO-Flugbetrieb GmbH, Koordinaten 48 04.88 N / 11 16.98 E, Fluganweisung: Wohngebiete meiden! Um diesen Flugplatz gruppieren sich eine Reihe von Gewerbegebiete und Forschungseinrichtungen, unter anderem das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), das mit einem Forschungsflugbetrieb die Anbindung an den Sonderflughafen nutzt. Mehrere Forschungsflugzeuge, von einer einmotorigen Cessna 208 über die zweimotorigen Turboprops vom Typ DO228 bis hin zu einem zweistrahligen Jet (Falcon 20E) fliegen von hier aus überwiegend im Auftrag von Fernerkundung und Klimaforschung weltweit. Auftraggeber oder Beteiligte kommen dabei üblicherweise aus den Forschungsinstituten (Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme) des Standortes Oberpfaffenhofen und allen deutschen bzw. europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Forschungsinstitute des Standortes DLR Oberpfaffenhofen beschäftigen über 1000 vorwiegend wissenschaftlichen Mitarbeiter. Vorgänger dieser Forschungseinrichtung war das Flugfunkforschungsinstitut Oberpaffenhofen (FFO), das 1937 von Dr. Max Dieckmann gegründet wurde.

Geschichtliches

Die bis 1976 selbstständige Gemeinde Oberpfaffenhofen wurde 1972 durch Eingemeindung zu einem Ortsteil von Weßling.

Weblinks


- http://www.anwendungszentrum.de/
- http://www.dlr.de/Oberpfaffenhofen/ Kategorie:Ort in Bayern Kategorie:Starnberg

GSOC

Das German Space Operations Center (GSOC), inzwischen auch Deutsches Raumfahrtkontrollzentrum genannt, ist das Mission Control Center des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München.

Aufgaben

Hauptaufgabe des GSOC sind Flugkontrolle und Flugleitung bemannter oder unbemannter Raumfahrtmissionen nationaler oder internationaler Ausrichtung.

Austattung

Kontrollräume

Zur Zeit sind vier Kontrollräume in Betrieb:
- K1: Größter Kontrollraum; wird vor allem für LEOP-Betrieb (Launch and Early Orbit Phase) genutzt.
- K2: Hier werden vor allem Missionen mit Multimissionsbetrieb begleitet bzw. geleitet, so zur Zeit alle wissenschaftlichen Missionen, die durch das GSOC im 24h/7T-Betrieb kontrolliert werden.
- K3-K4: Columbus-Kontrollzentrum; Daneben existieren noch drei weitere Kontrollräume, die nicht mehr in Betrieb sind, jedoch so in Bereitschaft, so dass eine Wiederinbetriebnahme jederzeit möglich ist.

Bodenstation


- Bodenstation Weilheim in Weilheim i. Oberbayern;

Geschichte

Anfänge

Nachdem die Bundesrepublik Deutschland in den 1960er Jahren beschlossen hatte, ein nationales Raumfahrtprogramm aufzulegen und sich in internationale Raumfahrtprojekte einzubringen, wurde der Gedanke an ein eigenes Raumfahrtkontrollzentrum konkret. 1967 legte der damalige Bundesfinanzminister Franz-Josef Strauß den Grundstein für den ersten Gebäudekomplex, welcher auch wenig später eröffnet wurde. Das "Gebäude 133" entstand in drei Bauphasen.

Schwerpunkt bemannte Raumfahrt (1985-1995)

Bis 1985 konzentrierte sich der Standort Oberpfaffenhofen der damaligen Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) immer mehr auf Raumfahrt. Dabei erhielt die bemannte Raumfahrt ein besonderes Augenmerk. In der Tat begleitete dann das GSOC zwei bemannte Missionen: Während der Mission D-1 / STS 61-A 1985 übernahm das GSOC die (Nutzlast-)Kontrolle über das Spacelab, während die Flugkontrolle weiterhin von Lyndon B. Johnson Space Center der NASA übernommen wurde. Zum ersten Mal wurde die Nutzlastkontrolle [Payload Operation Control Centre (POCC)] einer US-amerikanischen Raumfahrtmission außerhalb der NASA-Zentren geleitet. Während dieser Mission verkündete der damalige Bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß am 5. November 1985 ein umfangreiches Investionsprogramm, mit dem die Rolle Oberpfaffenhofens in der europäischen Raumfahrt gesteigert werden sollte. Doch der Fehlstart einer Ariane 3 1985 sowie die Challenger-Katastrophe 1986 bremste die Entwicklung des Standortes Oberpfaffenhofen und damit die des GSOC spürbar. Trotzdem erhielt das GSOC durch das Investionsprogramm auch einen Neubau (heute "Gebäude 140"), dessen Grundsteinlegung am 4. April 1989 erfolgte. Mit der Mission D-2 / STS-55 begleitete das GSOC den gesamten Betrieb und hatte die volle Nutzlastkontrolle über das Spacelab. Somit gab es zum ersten Mal einen ungefilterten Zugang zu allen Daten.

Umorientierung (seit 1995)

Nicht nur die Challenger-Katastrophe bremste die Entwicklung des GSOC. Die permanent schwieriger werdende Haushaltslage, die sich durch die Wiedervereinigung noch erheblich verschärfte, ließ nationale Raumfahrtambitionen schwinden. Die Mission EUROMIR 95 (Sojus TM-2) war die letzte nationale Mission, wobei die Nutzlastkontrolle bereits im Auftrag der ESA erfolgte. 2003 erhielt die DLR von der ESA den Zuschlag zum Bau und für die Kontrolle des Columbus-Moduls als europäischer Beitrag für die Internationale Raumstation ISS. Hierfür wurde ein eigenes Columbus-Kontrollzentrum eingerichtet, das seit 2005 betriebsbereit ist. Ebenso bemühen sich die DLR sowie der Freistaat Bayern um das Gallieo-Kontrollzentrum für das geplante europäische Galileo-Satellitennavigation-System.

Vom GSOC begleitete oder verantwortete Missionen

Bemannte Missionen

Wissenschaftliche Missionen

Kommerzielle Missionen

Literatur

Matthias Gründer: Lexikon der bemannten Raumfahrt. Unter Mitarbeit von Karl-Heinz Ingenhaag und Horst Hoffmann. Berlin: Lexikon Imprint Verlag 2001, ISBN 3-89602-287-3

Weblinks


- [http://www.dlr.de/rb/institut/gsoc/ Homepage des GSOC] Kategorie:Raumfahrt Kategorie:Bemannte Raumfahrtmission Kategorie:bodengebundene Raumfahrttechnik

Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme

Das Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme ist ein Forschungsinstitut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) am Forschungsstandort Oberpfaffenhofen. Hauptarbeitsgebiet des Instituts ist die SAR-Technik. Dabei handelt es sich um hochauflösende Abbildungsverfahren mit Hilfe von Synthetischem Apertur-Radar, (Synthetic Aperture Radar). Mitarbeiter des Institutes waren an der Kalibrierung der Radardaten der SRTM Mission beteiligt.

Weblinks


- http://www.dlr.de/hr Kategorie:Forschungsinstitut

Stuttgart

Stuttgart ist eine Stadt im Bundesland Baden-Württemberg in der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist die Hauptstadt und mit gut 590.000 Einwohnern die größte Stadt Baden-Württembergs, sowie mit den gleich großen Städten Essen und Dortmund je nach genauem Zähldatum und Quelle schwankend auf den Plätzen 6 bis 8 der größten deutschen Städte. Sie ist mit Sitz von Landtag und Landesregierung sowie zahlreicher Landesbehörden das politische Zentrum des Landes (siehe Liste von Behörden und Einrichtungen in Stuttgart). Die nächstgelegenen größeren Städte sind Frankfurt am Main etwa 204 km nordwestlich und München etwa 220 km südöstlich von Stuttgart. In anderen Sprachen und Mundarten wird die Stadt Stoccarda (Italienisch) oder Stutgarto (Esperanto) genannt. Auf Schwäbisch lautet ihr Name Schduargerd, auf Bayrisch Stuggart. Stuttgart hat den Status eines Stadtkreises und ist Sitz des Regierungspräsidiums Stuttgart (3.996.338 Einwohner, 31. März 2004) und der Region Stuttgart (2.658.595 Einwohner, 31. März 2004) sowie des evangelischen Landesbischofs von Württemberg (Evangelische Landeskirche in Württemberg) und eines römisch-katholischen Bischofs (Bistum Rottenburg-Stuttgart).

Geographie

Geografische Lage

Bistum Rottenburg-Stuttgart]] Stuttgart liegt im Zentrum des Landes Baden-Württemberg. Die Kernstadt befindet sich im sog. "Stuttgarter Kessel", einer Talerweiterung des (inzwischen meist verdeckt fließenden) in den Neckar mündenden Nesenbaches und seiner Nebenbäche. Die Stadtteile reichen im Norden bis in das Neckarbecken, im Westen bis in den Glemswald und auf das Gäu, im Osten bis zu den Ausläufern des Schurwaldes und im Süden bis zur Filderebene und den Ausläufern des Schönbuchs. Im Südosten fließt der Neckar bei den Stadtbezirken Hedelfingen/Obertürkheim von Esslingen kommend in das Stadtgebiet und verlässt es im Stadtbezirk Mühlhausen im Nordosten wieder.

Raumplanung

Die Stadt liegt im Zentrum des Verdichtungsraums Stuttgart. Zu diesem gehören neben dem Stadtkreis Stuttgart nahezu alle Gemeinden der umliegenden Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr-Kreis innerhalb der Region Stuttgart und darüber hinaus im Norden die Gemeinden um Heilbronn und im Süden die Gemeinden im Raum Reutlingen und Tübingen. Dieser Verdichtungsraum soll mit den Gemeinden der Randzone, zu der im Westen noch die Gemeinden um Calw und im Osten die Gemeinden um Schwäbisch Gmünd gehören, zur Europäischen Metropolregion Stuttgart ausgebaut werden, welche nach dem Landesentwicklungsplan eines von insgesamt 14 Oberzentren Baden-Württembergs ist. Die Europäische Metropolregion Stuttgart hat für die Städte Ditzingen, Filderstadt, Gerlingen, Korntal-Münchingen und Leinfelden-Echterdingen auch die Funktion eines Mittelzentrums (Mittelbereich). Im Bereich des Oberzentrums Stuttgart liegen die Mittelzentren Backnang, Bietigheim-Bissingen/Besigheim, Böblingen/Sindelfingen, Esslingen am Neckar, Geislingen an der Steige, Göppingen, Herrenberg, Kirchheim unter Teck, Leonberg, Ludwigsburg/Kornwestheim, Nürtingen, Schorndorf, Vaihingen an der Enz und Waiblingen/Fellbach.
Stuttgart überschritt etwa um das Jahr 1870 die Grenze von 100.000 Einwohnern und wurde damit die erste Großstadt auf dem Gebiet des heutigen Landes Baden-Württemberg. Ende 2004 lebten in der Stadt nach amtlicher Fortschreibung 590.992 Menschen. Damit ist Stuttgart nach München die zweitgrößte Stadt Süddeutschlands und liegt je nach genauem Zähldatum und Quelle in Deutschland an der sechsten bis achten Stelle.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Stuttgart. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt: Fellbach (Rems-Murr-Kreis), Esslingen am Neckar, Ostfildern, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen (alle Landkreis Esslingen), Sindelfingen und Leonberg (Landkreis Böblingen) sowie Gerlingen, Ditzingen, Korntal-Münchingen, Möglingen, Kornwestheim und Remseck am Neckar (alle Landkreis Ludwigsburg)

Stadtgliederung

Remseck am Neckar Das Stadtgebiet der Landeshauptstadt Stuttgart ist verwaltungsmäßig in 5 innere und 18 äußere Stadtbezirke aufgeteilt. Die Stadtbezirke haben einen "Bezirksbeirat" und einen "Bezirksvorsteher" (dieser ist in den inneren Stadtbezirken jedoch nur ehrenamtlich tätig). Die Stadtbezirke gliedern sich weiter in Stadtteile. Die Zahl der Stadtteile wurde durch die Änderung der Hauptsatzung vom 22. Juli 1999 auf insgesamt 141 erhöht. Seit 1. Januar 2002 besteht das Stadtgebiet von Stuttgart somit aus 23 Stadtbezirken und 141 Stadtteilen.
- Siehe auch Liste der Stadtteile von Stuttgart.

Klima

Durch die Kessellage und der dichten Bebauung Stuttgarts gibt es ein sehr warmes und schwüles Klima. Aufgrund dessen ist an den Hängen Stuttgarts sogar Weinbau möglich. Im Sommer kommt es immer wieder zur so genannten Inversions-Wetterlage. Dabei schiebt sich kältere Luft über die warme Luft im Talkessel und verhindert so manchmal tagelang einen Luftaustausch im Kessel.

Geschichte

Weinbau Weinbau Weinbau Ältester und größter Stuttgarter Stadtteil ist Cannstatt, Standort eines wichtigen Römerkastells am Neckar und Knotenpunkt bedeutender Straßen. Stuttgart selbst wurde im 10. Jahrhundert von Herzog Liudolf von Schwaben als Pferdegestüt (oder Stutengarten, modern Stuttgart) während der Ungarnkriege gegründet (vergleiche Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg). Liudolf war ein Sohn Kaisers Otto I. des Großen. Der von ihm gewählte Standort war auf Grund der natürlichen Gegebenheiten des nach drei Seiten abgeschlossenen Talkessels für die Pferdezucht ideal. Neue archäologische Grabungen im Bereich der Stiftskirche sowie des alten Schlosses zeigen jedoch, dass es sich nicht um eine Gründung auf der grünen Wiese handelte: Mindestens seit der späten Merowingerzeit bestand hier eine bäuerliche Siedlung. Eine Bestattung unter der Stiftskirche ergänzt die spärlichen Informationen über frühere Funde merowingerzeitlicher Gräber im Stadtgebiet. Aus der Karolingerzeit sind Reste mehrerer